Diesen neuen Einkaufs-Trend werden Kunden lieben

Nie wieder bei Lidl oder Rewe an der Kasse Schlange stehen

Solche Bilder sollen der Vergangenheit angehören.
Solche Bilder sollen der Vergangenheit angehören.
© picture alliance, Benjamin Nolte

10. Mai 2021 - 9:27 Uhr

Per App im Supermarkt einchecken und einkaufen

Einfach in den Supermarkt hineingehen, seine Sachen in den Einkaufswagen packen und direkt wieder rausmarschieren – ohne eine Sekunde an der Kasse zu warten. Das klingt für viele Kunden wie ein Traum und doch soll genau dieser Traum bereits in diesem Sommer Wirklichkeit werden. Denn dann startet Rewe sein neue "Pick & Go"-Konzept, zuerst in Köln. Auch Discounter Lidl hat testet ein ähnliches Einkaufskonzept.

Rewe eröffnet in Köln ersten "Pick & Go"-Supermarkt

Im Spätsommer soll es in der Kölner Innenstadt losgehen. Kundinnen und Kunden sollen dann die Wahl haben: Sie können wie in jedem Supermarkt ganz normal einkaufen gehen und müssen sich am Ende an die Kasse stellen. Oder sie wählen den autonomen Check-out, das Einkaufen ohne aktiven Kassiervorgang an der Kasse.

Und das funktioniert so: Per spezieller App muss man sich an einer Eingangs-Schranke anmelden. Einmal über die App angemeldet, können alle gewünschten Produkte aus den Regalen genommen und einpackt werden. Am Ende des Einkaufs kann der Kunde ganz einfach aus dem Markt spazieren. Die Rechnung erscheint im Nachgang automatisch in der App. Und sollte es Unstimmigkeiten geben, wird die Reklamation ebenso einfach über die App abgewickelt. Für individuelle Fragen soll das Marktpersonal bereitstehen, verspricht Rewe.

Intelligente Kameras und Sensoren in den Regalböden sowie weitere Hightech-Bausteine sind das Herzstück des Systems. Rewe verspricht: Die Kundinnen und Kunden sind auf den für den Einkauf erfassten Bildaufnahmen nicht persönlich zu erkennen. Hybrides Einkaufen nennt sich diese Art von Einkauf und ist der neue Trend. Auch Lidl, Kaufland oder Tegut probieren bereits ähnliche Konzepte aus.

Lidl und Kaufland testen shop.box und collect.box

Shop.box und collect.box heißen die beiden Konzepte der Schwarz Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören. Dabei funktioniert die shop.box ähnlich wie Rewes "Pick & Go": In der shop.box wird das Sortiment traditionell in Regalen präsentiert, die Artikelerfassung erfolgt über verschiedene Sensoren im Store und der Bezahlprozess läuft automatisch über die App. Der übliche Kassiervorgang beim Verlassen des Stores entfällt.

In der collect.box werden über ein Terminal die gewählten oder vorab über eine App reservierten Artikel automatisiert in einem Ausgabefach bereitgestellt.

Beide Konzepte werden seit März auf dem Bildungscampus Heilbronn der Schwarz Gruppe getestet und sind nicht frei zugänglich.

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Bei Tegut kann man bereits per App einkaufen - unsere Reporterin macht den Test

Mit einem neuen digitalen Ladenkonzept ohne Kassierer will auch die Supermarktkette Tegut zusätzliche Kunden gewinnen. In Fulda wurde bereits im Herbst 2020 ein erster digitaler Testladen eröffnet, in dem die Kunden ihre Artikel scannen und per App, Kredit- oder Girokarte bezahlen können, ohne an eine Kasse zu gehen. "Wir reagieren mit diesen völlig neuen Shops auf die veränderten Konsum-, Lebens- und Arbeitsgewohnheiten der Menschen und deren Bedürfnisse", erklärte Tegut-Bereichsleiter Logistik, Sören Gatzweiler.

Im Video zeigt unsere Reporterin, wie das Einkaufen per App im Supermarkt funktioniert

Das Konzept mit dem Namen "tegut... teo" ermögliche eine Öffnung praktisch rund um die Uhr und damit mehr Flexibilität für die Verbraucher, die ihre Einkäufe erledigen könnten, wenn es in ihren Tagesablauf passe. Damit sei das Konzept "die stationäre Antwort auf Onlineshopping". Tegut will das Konzept weiter ausbauen und in weiteren Städten anbieten. Derzeit gibt es zwei teo-Läden in Fulda und einen im benachbarten Rasdorf.

Nie wieder im Supermarkt an der Kasse anstehen: Wenn die Technik mitmacht, wird der neue Trend sicher auch die Kunden begeistern.