Wichtiger Schritt im Tierschutz

New York verbietet Verkauf von Stopfleber

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31. Oktober 2019 - 16:05 Uhr

Delikatesse durch Tierquälerei

In New York darf ab 2022 keine Stopfleber aus Gänsen oder Enten mehr verkauft werden. Die Stadtverwaltung stimmte am Mittwoch für ein Verbot des Verkaufs der kulinarischen Spezialität. 

Wer gegen das Verbot verstößt, muss zahlen!

Verstöße sollen mit Strafen in Höhe von 2.000 Dollar (etwa 1.800 Euro) geahndet werden. Tierschutzaktivisten hatten ein solches Verbot schon länger gefordert, weil die Enten und Gänse bei der Herstellung der Stopfleber ihrer Ansicht nach gequält werden. In vielen Restaurants gilt Stopfleber, auch Foie Gras (dt. fette Leber) genannt, dagegen als teure, französische Spezialität. Die New Yorker Gastronomie-Branche kritisierte deswegen das Verbot.

Was ist Stopfleber?

Für die teure Delikatesse werden Enten und Gänse meist auf engstem Raum zusammengepfercht und mehrfach am Tag mit einem Schlauch zwangsgemästet. Schon im Alter von wenigen Monaten werden die Tiere mithilfe von einem Rohr und einem Schlauch gezwungen, ein Vielfaches von dem zu essen, was sie eigentlich brauchen. So soll sich die Leber auf das Sechs- bis Zehnfache vergrößern - die Folge: Fettleber. Kurz vor der Schlachtung bekommen die Gänse sogar mit 800 bis 1.000 Gramm Maisbrei pro Tag.

Sebastian Szogs, Aktionskoordinator der Peta, erklärt: "Das kann man sich so vorstellen, als würden einem durchschnittlich großen Mann zwölf Kilogramm Spaghetti hineingestopft."

Durch die Zwangsfütterung mit einem rund 50 cm langen Metallrohr leiden die Tiere laut Peta oft an Verletzungen im Hals. Weitere Nebenwirkungen des Stopfens sind Atemnot, Knochenbrüche, Leberblutungen und Herzversagen.

In Deutschland und vielen weiteren EU-Staaten ist die Produktion von Stopfleber verboten. Der Import wird allerdings geduldet.