Tragisches Unglück an Silvester in Neumünster

Mutter und Sohn stellen glimmenden Grill in Wohnung - 21-Jähriger stirbt

Charcoals engulfed in flames
Der Grill war nach ersten Erkenntnissen nicht vollständig abgelöscht, als er in die Wohnung gestellt wurde.

Statt Raclette oder Fondue haben sich eine Mutter und ihr Sohn aus Neumünster für ein etwas anderes Silvesteressen entschieden – mit tödlichem Ausgang. Nachdem die beiden mutmaßlich auf ihrem Balkon gegrillt haben, sollen sie den noch glimmenden Grill in die Wohnung gestellt haben. Beide erleiden eine Kohlenstoffmonoxidvergiftung; der 21-jährige Sohn überlebt diese nicht.

Als die Rettungskräfte kommen, sind Mutter und Sohn schon bewusstlos

Es sind die Angehörigen der 54-Jährigen und ihres 21-jährigen Sohns, die die Rettungskräfte am Silvesterabend gegen 19:30 Uhr alarmieren. Sie hatten sich Sorgen gemacht, da sie die Mutter telefonisch nicht erreichen konnten.

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Bereits bei ihrem Eintreffen können Feuerwehr und Polizei die giftigen Gase wahrnehmen: Sie müssen die Wohnungstür öffnen, da die beiden Bewohner ihnen nicht mehr aufmachen können. Mutter und Sohn liegen bereits leblos am Boden.

Die 54-Jährige kann reanimiert werden

Für den 21-jährigen Sohn kommt jede Hilfe zu spät: Die Rettungskräfte können nur noch seinen Tod feststellen. Seine Mutter wird reanimiert, zunächst in ein Krankenhaus nach Lübeck gebracht und von dort aufgrund ihrer schweren Verletzung später mit dem Rettungshubschrauber nach Berlin geflogen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand geht die Polizei davon aus, dass der Grill nicht vollständig abgelöscht war, als Mutter und Sohn ihn in die Wohnung stellten. Warum sie ihn überhaupt vom Balkon holten, ist bisher unklar. Es ist nicht der erste Fall einer Kohlenstoffmonoxidvergiftung nach einem Grillabend in diesem Winter. Auch bei dem Versuch mit einem Grill zu heizen, gab es bereits Verletzte. (dpa/xas)