Sie dringt durch die Nase ins Gehirn und zerstört es

Die Gefahr lauert im Wasser! Mann mit hirnfressener Amöbe infiziert

In den USA hat sich ein Mann mit der gehirnfressenden Amöbe Naegleria fowleri infiziert (Symbolbild)
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06. Juli 2020 - 12:34 Uhr

Gefahr von "Naegleria fowleri"-Infektion in Süßwasser

Im US-Bundesstaat Florida hat sich ein 42 Jahre alter Mann mit einer seltenen gehirnfressenden Amöbe infiziert. Das gab das Gesundheitsministerium von Florida bekannt. Bei der Amöbe handelt es sich um die sogenannte "Naegleria fowleri", die in Süßwasser vorkommen kann. Dringt sie durch die Nase ins Gehirn ein, kann sie sich hier festsetzen und das Gehirn zerstören – in den meisten Fällen endet das tödlich.

Mehr als 90 Prozent der Betroffenen sterben

Sie gelangt durch die Nase in unseren Körper, frisst sich ins menschliche Gehirn und kann eine lebensgefährliche eitrige Entzündung von Hirnhaut und Hirngewebe (Primäre Amöben-Meningoenzephalitis, PAM) auslösen: Die Naegleria fowleri ist eine mikroskopisch kleine, einzellige Amöbe, die zumeist in warmem Süßwasser wie Seen, Teichen und Flüssen zu finden ist.

Durch bloßen Hautkontakt oder Verschlucken ist sie für uns ungefährlich, wie die amerikanische Gesundheitsbehörde "Centers for Disease Control and Prevention" (CDC) mitteilt. Laut Robert Koch-Institut sind weltweit etwa 250 Fälle von Primärer Amöben-Meningoenzephalitis (PAM) beschrieben, allerdings wird von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen. Mehr als 90 Prozent der Fälle verliefen tödlich. Allein in den USA sind laut CDC 145 Fälle von 1962 bis 2018 bekannt. Nur vier Menschen überlebten.

Erst vor einem Jahr starb die 10-jährige Lily Mae Avant in den USA an PAM. Das Mädchen hatte sich beim Baden in einem Fluss mit der tödlichen Amöbe infiziert.

Behörden warnen vor Schwimmen in warmem Süßwasser

Wie es dem betroffenen Mann aus Hillsborough County in Florida geht, wurde bislang nicht bekannt gegeben. Die örtlichen Behörden warnen nun vor Aktivitäten wie Schwimmen und Tauchen in warmem Süßwasser, heißen Quellen und thermisch verschmutztem Wasser, wie z. B. Wasser in der Nähe von Kraftwerken. Empfohlen wird zudem das Tragen einer Nasenklammer, um den Eintritt von möglichen Amöben in die Nase zu verhindern.

In der Regel treten erste Symptome einer Primären Amöben-Meningoenzephalitis (PAM) etwa fünf Tage nach der Infektion auf. Typische Anzeichen sind laut CDC:

  • Kopfschmerzen
  • Fieber
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • steifer Nacken
  • Verwirrung
  • mangelnde Aufmerksamkeit gegenüber Menschen und Umgebung
  • Gleichgewichtsverlust
  • Krampfanfälle
  • Halluzinationen

Bei ersten Symptomen muss sofort ein Arzt kontaktiert werden, da die Krankheit extrem schnell fortschreitet. Nach den ersten Anzeichen führt sie in der Regel innerhalb von fünf Tagen zum Tod.

Gibt es gehirnfressende Amöben auch in Deutschland?

Die Naegleria fowleri findet sich vor allem in sehr warmen Gewässern und tritt vor allem im Juli, August und September vermehrt in den Südstaaten der USA auf. In Deutschland ist laut "Ärzte Zeitung" bislang keine Infektion mit der Naegleria fowleri bekannt. In Europa gab es den letzten bekannten Fall vor 38 Jahren in Großbritannien. Wer sich trotzdem beim Baden sorgt, sollte laut Robert Koch-Institut darauf achten, den Kopf über Wasser zu halten und zusätzlich eine Nasenklemme tragen.