Neue Studie zeigt

Schulen während Corona: Unterricht an zwei von drei Tagen gestört

An zwei Dritteln der Schultage fand während Corona kein richtiger Unterricht in Schulen statt.
An zwei Dritteln der Schultage fand während Corona kein richtiger Unterricht in Schulen statt.
© deutsche presse agentur

16. September 2021 - 13:20 Uhr

Viele Einschränkungen in Schulen durch Corona

Schülerinnen und Schüler müssen durch die Corona-Pandemie wohl mit am meisten einstecken. Durch Wechselunterricht, Homeschooling und andere Beschränkungen war in den letzten zwei Schuljahren oft kein ungestörter Unterricht möglich. Wie viel Prozent der Unterrichtszeit davon wirklich betroffen waren, zeigt jetzt eine neue Studie der OECD, die sich Zahlen zum Thema Bildung während Corona im Zeitraum Januar 2020 bis Mai 2021 angeschaut hat.

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Schulen oft geschlossen oder nur teilweise offen

Der Unterricht von elf Millionen Schülerinnen und Schüler war nach einer OECD-Erhebung seit dem Beginn der Corona-Pandemie zu großen Teilen gestört. Untersucht wurde der Zeitraum zwischen Januar 2020 und Mai 2021 und damit insgesamt 270 Schultage. Die Studie zeigt: An 180 von diesen Schultagen war der Unterricht gestört. Das heißt: An zwei von drei möglichen Schultagen waren die Schulen geschlossen oder es fand nur ein eingeschränkter Betrieb zum Beispiel Wechselunterricht statt.

  • Grundschulen: 64 Tage geschlossen, 118 Tage eingeschränkt
  • Weiterführende Schulen: 85 Tagen geschlossen, 98 Tage eingeschränkt
  • Gymnasien/Berufsschulen: 83 Tage geschlossen, 103 eingeschränkt
  • Kitas: 61 Tage geschlossen, Zahlen vom eingeschränkten Betrieb liegen nicht vor

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Deutschland im OECD-Ländervergleich

Die OECD legte die Daten im Rahmen ihrer jährlich veröffentlichten Erhebung "Bildung auf einen Blick" vor. In der mehr als 500-seitigen Studie werden die Bildungssysteme der 38 OECD- und weiterer Länder miteinander verglichen. Unter anderem wird untersucht, wie viel Geld die Länder für Bildung ausgeben oder wie Schulen und Kitas personell aufgestellt sind.

Hervorgehoben wird für Deutschland, dass sowohl in der Altersgruppe unter drei Jahren als auch im vorschulischen Bereich mehr Kinder an frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung teilnähmen als im OECD-Durchschnitt. Die jährlichen Bildungsausgaben pro Schülerin und Schüler seien zudem höher als im OECD-Durchschnitt.

Allerdings gibt Deutschland dem Bericht zufolge bezogen auf sein Bruttoinlandsprodukt (BIP) weniger Geld für Bildungseinrichtungen aus als die OECD-Länder im Schnitt. 2018 waren es demnach 4,3 Prozent des BIP, verglichen mit einem OECD-Durchschnittswert von 4,9 Prozent. (dpa/khe)

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