CDU-Sozialpolitiker entwerfen grundlegende Rentenreform

Neue Renten-Pläne: Auch Beamte sollen Beiträge einzahlen

20. November 2020 - 10:52 Uhr

Grundlegende Änderung des Rentensystems?

Sozialpolitiker planen, das Rentensystem komplett umzukrempeln. Sie schlagen unter anderem vor, dass auch Beamte, Selbstständige oder Politiker in die Rentenkasse einzahlen sollen. Und auch das Renteneintrittsalter soll nach dem Entwurf angepasst werden.

Die Details:

45 Jahre arbeiten, um abschlagsfrei in Rente zu gehen

In dem Entwurf der CDU-Experten, der der dpa vorliegt, werden folgende Eckpunkte aufgelistet:

  • Vom Jahr 2030 soll die Regelaltersgrenze auf eine Regelversicherungszeit umgestellt werden. Damit solle das individuelle Renteneintrittsalter errechnet und die Altersgrenze automatisch an die Lebenserwartung angepasst werden.
  • Ausgehend von der Regelaltersgrenze im Jahr 2030 würde sich eine Regelversicherungszeit von 45 Jahren ergeben. Zukünftig müssten 45 Jahre Regelversicherungszeit erbracht werden, um abschlagsfrei in Rente zu gehen. Vorzeitiger oder späterer Bezug der Rente werde mit Ab- oder Zuschlägen belegt.
  • Ausgangspunkt für die Regelversicherungszeit solle der Zeitpunkt des ersten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsvertrages oder Ausbildungsvertrages sein - spätestens das Datum, an dem es keinen gesetzlichen Anspruch auf Kindergeld mehr gibt.
  • Die Gesetzliche Rentenversicherung soll von einem reinen Umlagesystem langfristig in ein Mischsystem aus Umlage und Kapitalanlage umgebaut werden. In dem Entwurf heißt es, die Rentenversicherung solle beauftragt werden, einen entsprechenden Rentenfonds für die Kapitalanlage aufzubauen. Dazu sollten 2,5 Prozent des Bruttolohns - derzeit seien das etwa 32 Milliarden Euro pro Jahr - in den Aufbau eines Rentenfonds fließen statt in das Umlagesystem der Gesetzlichen Rentenversicherung. Um jeden späteren Missbrauch zu verhindern, solle der Rentenfonds der Aufsicht der Bundesbank unterstellt werden.
  • Laut "Bild-Zeitung" sollen ab 2030 auch alle Beamten unter 30 Jahre ins Rentensystem einzahlen. Bislang wurden ihre Altersbezüge mit Steuergeldern finanziert. Auch Selbstständige, denen es bisher freigestellt war, ob sie in die Rentenkasse einzahlen und Politiker sollen dann Beiträge zahlen.

Grünes Licht für digitale Rentenübersicht

Diese Ideen sind bisher nur ein Entwurf, eine Neuerung in Sachen Renten wurde aber vom Bundestag nun beschlossen:

Alle Bürger in Deutschland sollen künftig per Mausklick eine einheitliche Übersicht über ihre Altersvorsorge bekommen. Der Bundestag machte am Donnerstag den Weg frei für die Entwicklung einer digitalen Rentenübersicht. Im Herbst 2023 soll das Online-Portal in Betrieb gehen, mit dem sich die Menschen dann gebündelt über ihre Ansprüche aus gesetzlicher, privater und betrieblicher Vorsorge informieren können.

Bisher verschicken die verschiedenen Träger der Altersleistungen in Eigenregie die jeweiligen Zwischenstände. Nun wird bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) eine "Zentrale Stelle für die Digitale Rentenversicherung" geschaffen.

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