Preiskampf der Drogerie-Giganten

Neue Preisstrategie? Darum sollen viele dm-Produkte nun teurer werden

Was steckt hinter der neuen Preisstrategie von dm?
Was steckt hinter der neuen Preisstrategie von dm?
© iStockphoto, BalkansCat

04. September 2019 - 20:03 Uhr

"Unterschiedlich teuer" statt "dauerhaft günstig"?

Preissteigerungen von 10 bis 40 Cent bei rund 1.000 Produkten – die will das Magazin "Lebensmittelzeitung" innerhalb der letzten drei Wochen bei der Drogeriekette dm festgestellt haben. Doch was besonders kurios ist: Die höheren Preise sollen nur in bestimmten Filialen gelten. Was steckt dahinter?

Diese neue Preisstrategie steckt dahinter

Laut "Lebensmittelzeitung" ist der Grund für die teilweise erhöhten Preise im Onlineshop und einigen Filialen eine Änderung der Preisstrategie. Im Gegensatz zu vorher gibt es keine einheitlichen Preise mehr für alle Filialen, sondern die einzelnen dm-Läden können unterschiedliche Preise für ein und dasselbe Produkt festlegen. "Wir haben uns dazu entschieden, unsere Preisstrategie stationär und online neu auszurichten", zitiert die "Lebensmittelzeitung" dm-Konzernchef Erich Harsch.

Zudem erklärt uns Christoph Werner, dm-Geschäftsführer und Verantwortlicher für das Ressort Marketing und Beschaffung: "Im Einzelhandel ändern sich die Preise permanent, bei Anbietern mit Sonderangebotsstrategie sogar für wenige Stunden oder Tage ganz rabiat. Bei mehr als 12.500 Artikeln und einer Dynamisierung der Sortiments-Gestaltung aufgrund attraktiver neuer Produkte von etablierten Markenartiklern wie innovationsfreudigen Startups, finden auch im Rahmen unserer Dauerpreis-Strategie sehr viele Veränderungen der Verkaufspreise statt. Es ist Alltagsarbeit der Kolleginnen und Kollegen als Verantwortliche für den jeweiligen Sortimentsbereich bzw. für ihre jeweiligen dm-Märkte, Preise neu festzulegen."

Welche Drogeriekette gewinnt den Kampf um die Kunden?

Um dennoch im regionalen Vergleich der günstigste Anbieter zu bleiben, sollen die Produkte vor allem in solchen Filialen angehoben werden, bei denen es keinen direkten Konkurrenten – zum Beispiel einen Rossmann – in der Nähe gibt. Ist die Konkurrenz allerdings nicht weit, bleiben die Preise gleich: "Seit vielen Jahren ist es unser Bemühen, für unsere Kunden in ihrem Einkaufsumfeld die günstigste Einkaufsquelle für drogistische Produkte zu sein. Jeder Verantwortliche eines dm-Marktes ist deshalb ermächtigt, autonom Entscheidungen bei der Preisgestaltung zu treffen, damit er diesem Anspruch in seinem Marktumfeld gerecht werden kann. Das bedeutet, dass unsere Dauerpreise keine nationalen Einheitspreise sind", erklärt Werner. 

Bisher war das Versprechen von dm "dauerhaft günstig" – im Gegensatz zum wohl größten Konkurrenten Rossmann, der mit Aktions- und Sonderangeboten Kunden in seine Läden lockt. Hier zu erklärt Werner: "Wenn ein dm-Markt die Verkaufspreise gemäß der jeweiligen Situation variiert, dann gelten diese aber immer für mindestens vier Monate – ganz gemäß unserem Dauerpreisversprechen. Ein entsprechender Datumsvermerk befindet sich auf jedem Preisetikett."

Aber welche der beiden Drogerieketten hat in Deutschland die Nase vorn? Laut dem Geschäftsbericht von 2018 gab es hierzulande 2.150 Rossmann-Filialen. International sind es sogar 3.790. Bei dm sind es laut der Webseite mit 1.977 Filialen in Deutschland weniger. Dafür erzielt dm einen höheren Umsatz als sein Konkurrent (laut Handelsblatt 7,9 gegen 6,4 Milliarden Euro).