26. März 2019 - 17:51 Uhr

Hoffnung für alle Frauen, die an postpartaler Depression leiden

In den USA gibt es Hoffnung für alle Frauen, die nach der Geburt an einer postpartalen Depression leiden. Dort wurde nun ein Medikament zugelassen, das genau diesen Müttern helfen soll. Auch Stephanie Hethaway litt unter einer postnatalen Depression. Im Video erzählt sie, wie das Medikament ihr geholfen hat.

Hormon-Abfall nach der Geburt kann Depressionen auslösen

Nach der Geburt ihres Kindes fallen zehn bis 20 Prozent aller Mütter in eine Depression. Ein Grund dafür kann der hormonelle Umschwung nach der Geburt sein, erklärt Prof. Dr. Peter Zwanzger von der Uniklinik München.

"Ein ganz wichtiger biologischer Faktor im Entstehungsprozess der postpartalen Depression ist der massive und rasche Progesteron-Abfall nach der Geburt", sagt er im RTL-Interview. In der Wissenschaft werde immer wieder diskutiert, dass dieser Hormon-Abfall hauptverantwortlich sei für die Entstehung dieser schweren und nachhaltigen Stimmungsveränderung, beschreibt der Experte.

Infusion bringt schnelle Hilfe

Bei uns in Deutschland werden solche postpartalen oder postnatalen Depressionen meist aus einer Kombination von Medikamenten und einer Psychotherapie behandelt. Die dauert meist sehr lang – und führt leider nicht immer zum Erfolg. In den USA ist Ende März ein Medikament namens Zulresso zugelassen worden.

Das Medikament ähnelt einer hirneigenen Beruhigungssubstanz und soll vor allem sehr schnell helfen. Zu diesem Ergebnis kamen zumindest klinische Studien. Es wird über eine intravenöse Infusion verabreicht, die zwar 60 Stunden dauert, aber schon kurz danach soll es den betroffenen Frauen besser gehen.

In Deutschland ist Zulresso zurzeit noch nicht zugelassen, aber der Hersteller ist bemüht, das zu ändern. "Klar ist sicherlich, das angestrebt werden wird, das Medikament auf den europäischen Markt zuzulassen", erklärt Zwanzger.