Trümmerteile einer alten Rakete

Astronauten in Gefahr: Weltraumschrott steuert auf ISS zu

Die Weltraumstation ISS.
Die Weltraumstation ISS.
© Reuters, HANDOUT, /FW1F/Kim Coghill

03. Dezember 2021 - 12:43 Uhr

NASA bereitete sich auf Notfallmaßnahmen vor

Die Weltraumstation ISS ist in Gefahr. Fluglotsen haben festgestellt, dass Trümmerteile sehr nahe an der ISS vorbei fliegen. Die Astronauten sind bereits gewarnt worden. Die NASA hat direkt das akute Risiko der Trümmerteile eingeschätzt und sich auf ein mögliches Manöver vorbereitet, um den Trümmerteilen auszuweichen. Bei den Trümmern handelt es sich um ein Teil einer alten Pegasus-Rakete, die 1994 von den USA gestartet wurde. Nach Angaben der NASA brach die Oberstufe dieser Rakete am 3. Juni 1996 ab.

ISS tatsächlich zum Manöver gezwungen

Jetzt hat die NASA bestätigt, dass die ISS am Freitag tatsächlich Fragmente einer US-Rakete ausweichen musste. Dmitri Rogosin, Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, sagte am Freitag, die ISS sei zu einer Bewegung gezwungen gewesen. Nach Angaben von Roskosmos wurde die Umlaufbahn der Station in einem ungeplanten Manöver, das von der Missionskontrolle durchgeführt wurde, für fast drei Minuten um 310 Meter abgesenkt, um eine nahe Begegnung zu vermeiden.

Weltraumschrott bringt Astronauten öfter in Gefahr

Weltraumschrott gibt es jede Menge. Bereits am Dienstag musste die NASA einen Weltraumspaziergang zum Austausch einer defekten Antenne an der ISS verschieben, um eine Kollision zu verhindern.

Russland wurde zuvor heftig kritisiert, weil es einen Anti-Satellitentest (ASAT) mit einer alten Rakete durchgeführt hatte. Das russische Militär hatte am 15. November einen defekten Satelliten mit einer Rakete zerstört. Der Satellit wurde in mehr als 1.500 Teile gesprengt und zwang die Astronauten an Bord der ISS, Schutz zu suchen. Der Test wurde von US-Beamten auf breiter Front verurteilt. Das Pentagon hat nun einen weltweiten Stopp der Tests von Anti-Satellitenwaffen gefordert.

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Die stellvertretende Sekretärin des US-Verteidigungsministeriums, Kathleen Hicks, sagte: "Wir würden es begrüßen, wenn sich alle Nationen darauf einigen würden, auf Anti-Satellitenwaffentests zu verzichten, die Trümmer erzeugen." Bislang haben vier Länder - die USA, Russland, China und Indien - ihre eigenen Satelliten bei ASAT-Tests zerstört.

Die stellvertretende US-Präsidentin Kamala Harris pflichtete Frau Hicks bei. Sie fügte hinzu: "Durch das Abschießen von Trümmern ... gefährdete [Russland] die Satelliten anderer Nationen und auch die Astronauten auf der ISS." Der Test hat uns deutlich vor Augen geführt, was passieren kann und was durch Normen und Regeln möglicherweise vermieden werden kann. (lgr)