Besitzer haben "wie verrückt geweint"

Nach Vulkanausbruch: "Wunderhaus" auf La Palma trotzt zerstörerischem Lavastrom

24. September 2021 - 12:58 Uhr

Hunderte Häuser zerstört - bis auf eins

Rund 400 Häuser hat der Vulkanausbruch auf der kanarischen Insel La Palma zerstört, 220 Hektar Land sind von Lava bedeckt, viele Menschen haben alles verloren – doch ein Häuschen trotzt dem zerstörerischen Lavastrom, wie Aufnahmen aus der Katastrophenregion zeigen.

"Wir haben alle wie verrückt geweint, als ich ihnen sagte, dass ihr geliebtes Haus unversehrt war"

Das einsame Haus steht unberührt inmitten der verkohlten Landschaft in El Paraíso. Mehr als die Hälfte der Häuser und die örtliche Schule wurden hier zerstört. Besitzer des "Wunderhauses" sind Inge und Ranier Cocq, ein dänisches Ehepaar im Ruhestand, das seit der Corona-Pandemie nicht mehr auf der Insel war.

Ada Monnikendam, die das Haus vor rund 30 Jahren gemeinsam mit ihrem Mann gebaut hatte, hat mit den bereits über 80 Jahre alten Besitzern gesprochen: "Wir haben alle wie verrückt geweint, als ich ihnen sagte, dass ihr geliebtes Haus unversehrt war", so die Bauunternehmerin zur spanischen Zeitung "El Mundo". "Sie sagten: 'Auch wenn wir jetzt gerade nicht dorthin können, sind wir erleichtert, dass es noch steht." Sollten sie ihr "Wunderhaus" selbst nicht mehr nutzen können, wollen sie es ihren drei Kindern überlassen.

Im Video: Lava bringt Wasser in Swimming Pool zum Kochen - in Sekundenschnelle

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Vulkan Cumbre Vieja war 50 Jahre inaktiv

Der Vulkan Cumbre Vieja auf La Palma war am Sonntagnachmittag ausgebrochen. Der Ausbruch hatte sich durch ein Erdbeben angekündigt. "Alles, was am Sonntag als etwas Außergewöhnliches begann, etwas Schönes zum Anschauen, wurde am nächsten Tag zu einer Tragödie", sagte Nancy, die ein Schmuckgeschäft besitzt. Viele ihrer Freund hätten alles verloren. "Unsere Herzen sind gebrochen."

Am Donnerstag spuckte der Vulkan erneut leuchtend rote Fontänen in den Himmel, während auf die umliegende Gegend ein giftiger Ascheregen niederging. Die Lava bahnte sich weiter ihren Weg Richtung Meer, wenn auch etwas langsamer als in den vergangenen Tagen. Auf diesem Weg hat der Lavastrom mehrere Hundert Häuser sowie Schulen und Bananenplantagen zerstört. Die Behörden warnten die Menschen davor, ungewaschenes Obst und Gemüse zu essen. (rts, akr)

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