Mehr als nur Geldstrafe

Nach Urteil gegen Jérôme Boateng: "Sein Ruf ist geschädigt"

10. September 2021 - 8:13 Uhr

Hammer-Geldstrafe für Boateng

Zu 1,8 Million Euro Strafe wurde Fußballer Jérôme Boateng am Donnerstag (9. September) vor dem Amtsgericht München verurteilt. Er wird wegen vorsätzlicher Körperverletzung an seiner früheren Lebensgefährtin schuldig gesprochen. Dass er jetzt nicht nur eine Stange Geld blechen muss, die auch dem vermögenden Fußballer wehtun dürfte, sondern auch noch sein Ruf enorm leidet, zeigen Passanten, die im Video auf das Urteil reagieren.

Vom Fußballer zum Verurteilten

Boatengs Ex-Lebensgefährtin wirft dem ehemaligen Fußball-Nationalspieler laut Anklage vor, sie in einem Urlaub auf den Turks- und Caicosinseln im Juli 2018 geschlagen, geboxt, in den Kopf gebissen und auf den Boden geschleudert zu haben. Dabei habe er sie heftig beleidigt. Boateng bestreitet das. Doch das Gericht hat ihn nun verurteilt. Das Amtsgericht München verhängte am Donnerstag eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 30.000 Euro. Es ist der höchstmögliche Tagessatz.

Die Folgen der Verurteilung dürften aber weitreichender sein, als die bloße Geldstrafe. "Sein Ruf ist geschädigt", findet eine Passantin im RTL-Interview. Andere sehen in diesem Prozess sogar einen Karrierekiller, wie Sie im Video erfahren.

Der Fußball-Profi und ehemalige Nationalspieler Jerome Boateng (r) steht zu Beginn des Prozesses gegen ihn im Amtsgericht München mit seinen Anwalt Kai Walden zusammen.
Der Fußball-Profi und ehemalige Nationalspieler Jerome Boateng (r) steht zu Beginn des Prozesses gegen ihn im Amtsgericht München mit seinen Anwalt Kai Walden zusammen.
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Die Staatsanwältin bezeichnete die Frau als „Opfer häuslicher Gewalt“

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Bewährungsstrafe von anderthalb Jahren gefordert - und eine Geldauflage von 1,5 Millionen Euro. Das Gericht ging allerdings in seinem Urteil nur von "einem Faustschlag" ins Gesicht aus. Boateng hat die Vorwürfe zurückgewiesen und betont, er habe seine Ex-Freundin nie geschlagen. Sein Verteidiger beantragte Freispruch.

Staatsanwältin Stefanie Eckert bezeichnete die Frau als "Opfer häuslicher Gewalt". Allerdings sei nicht nur sie Opfer geworden, sondern auch Boateng – "Opfer ihrer gemeinsamen toxischen Beziehung". Boateng nahm die Entscheidung äußerlich gelassen entgegen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (DPA/rla)