Nach Orsay-AusExperte rechnet noch in diesem Jahr mit weiteren Filialschließungen im Textilhandel

Esprit, Adler, Hallhuber – während der Corona-Pandemie geraten viele Einzelhändler aus der Spur, müssen sich in ein Schutzschirmverfahren retten, um eine drohende Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. Filialen schließen, Beschäftigte verlieren ihre Jobs. Und für einige Modeketten kommt jeder Rettungsversuch zu spät. So schließt der Modehändler Orsay bis Ende Juni alle Filialen in Deutschland. Ein Branchenexperte sagt: Noch in diesem Jahr müssen weitere Modeketten aufgeben.
Beschäftigte im Textilhandel werden nicht mehr gebraucht
Nach dem Aus für die Modekette Orsay geht der Handelsexperte Gerrit Heinemann davon aus, dass die Verkaufsmitarbeiter im Bekleidungshandel nicht mehr gebraucht werden. Wenn sie flexibel seien und etwa Lebensmittel verkaufen wollten, sei ihre Perspektive jedoch gut, sagt der Professor von der Hochschule Niederrhein. Im Handel würden immer Mitarbeiter benötigt.
Orsay schließt nach Angaben eines Firmensprechers alle Filialen in Deutschland und hat den rund 1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gekündigt. Rund 130 Filialen werden geschlossen. Wie der Sprecher am Dienstag mitteilte, beschloss das Unternehmen aus dem badischen Willstätt bereits Ende März die Stilllegung des Geschäftsbetriebs, die nun Ende Juni vollzogen wird.
Der "Rheinischen Post" sagte der Sprecher, der Krieg gegen die Ukraine habe die Konsumneigung der deutschen Verbraucher weiter gedrückt. Schon die Pandemie habe das Geschäft stark belastet. „Daher kann das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, auf das wir große Hoffnungen gesetzt hatten, nicht fortgeführt werden." Auch in anderen Ländern würden die Läden stillgelegt.
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Experte erwartet weitere Schließungen im Textilhandel
„Angeschlagene Unternehmen wie Orsay trifft es als erstes, wenn es rau wird. Aber Orsay wird nicht der letzte textile Einzelhändler sein, den es dieses Jahr umhaut", sagt Heinemann. Der stationäre Textilhandel habe in der Pandemie viel Umsatz eingebüßt, und die Innenstädte hätten noch nicht das Besucherniveau vor der Corona-Krise erreicht.
„Hinzu kommen zwei Erschwernisse, die eine Erholung des Textilgeschäfts quasi unmöglich machen", so Heinemann. Zum einen ein Nachfrageschock durch den Ukraine-Krieg und zum anderen die Lieferkettenprobleme durch die Corona-Politik in China. So könne man nicht planen. Heute wüssten Händler für die bevorstehende Wintersaison nicht, ob ihre Ware wirklich komme.
Durch die Ereignisse gebe es in der deutschen Textilbranche einen Sanierungsbedarf. Die Branche müsse sich neu aufstellen und sich aus der „Abhängigkeitsfalle von China“ befreien, sagt Heinemann. Sie müsse wieder näher an der Heimat produzieren, etwa in Nordafrika oder Portugal. (dpa/aze)
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