Zum Glück geht es den Hunden gut

Nach illegalem Welpenhandel: 17-Jährige in Hamburg festgenommen

Festnahme in Rahlstedt
Beamte nehmen die 17-jährige fest. Foto: Stefan Klippstein
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Welpenhändlerin war minderjährig

Bei einem spektakulären Polizeieinsatz hat der Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V. (HTV) gemeinsam mit dem bundesweit agierenden Tierretter Stefan Klippstein in Rahlstedt eine 17-jährige Welpen-Händlerin überführt. Beamte durchsuchten zwei Wohnungen und beschlagnahmten zwei Welpen, die sich nun in der Obhut des Tierheims Süderstraße befinden.

Welpenhändlerin greift Polizisten an

Der Fall der Reihe nach: Über eine Annonce bei „eBay Kleinanzeigen“ wird Stefan Klippstein laut dem Tierschutzverein auf den illegalen Verkauf von Labrador-Welpen aufmerksam und wendet sich an den HTV. Klippstein gibt sich als Käufer aus, vereinbart einen Termin und lässt sich einen Welpen zeigen. Als klar ist, dass es sich tatsächlich um illegale Geschäfte handelt, geben sich Klippstein und Nicole Hartmann vom HTV zu erkennen und rufen die Polizei. Bei der Aufnahme der Personalien eskaliert die Situation: Die erst 17-jährige Verkäuferin greift einen Beamten an und muss schließlich mit Handschellen gesichert werden.

"Welpen verwahrlosen bis zum Verkauf!"

Sie werden jetzt im Tierheim aufgepäppelt.
Beide Welpen konnten gerettet werden. Foto: Stefan Klippstein
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Weitere Zeugenaussagen führen die Polizei zu zwei Wohnungen, die im Anschluss durchsucht werden – in einer befindet sich ein weiterer Welpe. Die Impfpässe der Hunde sind gefälscht, die Herkunft der Tiere kann nicht belegt werden. Romeo und Julia, so heißen die geretteten, etwa 12 Wochen alten Welpen, geht es glücklicherweise ganz gut. Beim Tierschutzverein werden sie gegen Parasiten behandelt. Bis sie vermittelt werden können, wird es aber noch dauern. „Dieser Fall zeigt, wie einfach und lukrativ Welpen nach Deutschland geschafft werden und hier bis zum Verkauf verwahrlosen – ohne jegliche Skrupel und oft ohne langfristige rechtliche Konsequenzen“, kritisiert Nicole Hartmann.

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Welpenschmuggel aus Polen: Profitables Geschäft in Hamburg

Tierschützer Stefan Klippstein mahnt zudem: „Auf den Märkten in Polen werden die Welpen im Alter von nur fünf bis sechs Wochen für maximal 50 Euro verramscht, wie Massenware nach Deutschland verfrachtet und hier für eine immense Gewinnspanne von 800 Euro aufwärts verkauft.“ Die 17-jährige Welpenhändlerin muss sich nun wegen Betrugs und Urkundenfälschung verantworten.(kst)