"Der Angriff auf meine Mutter ist ein Angriff auf alle französischen Frauen"

Nach Angriff auf Brigitte Macron: Tochter Tiphaine Auzière reagiert auf Beleidigungen

11. September 2019 - 19:48 Uhr

Tiphaine Auzière macht sich gegen Sexismus stark

Tiphaine Auzière, die Tochter der französischen First Lady Brigitte Macron, protestiert in einem Twitter-Video gegen die Beleidigungen des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro und seines Wirtschaftsministers Paulo Guedes und ruft zum Aufstand gegen Sexismus auf. "Wir haben 2019 und politische Anführer greifen öffentlich eine Frau wegen ihres Aussehens an", sagt Auzière. Darauf müsse reagiert werden, auch an der Wahlurne, so die Anwältin, "Der Angriff auf meine Mutter ist ein Angriff auf alle französischen Frauen." Mehr dazu im Video.

Bolsonaros Äußerungen verletzten die Tochter von Brigitte Macron

Erst machte sich der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro über den französischen Präsidenten und seine Ehefrau lustig, anschließend auch noch der brasilianische Wirtschaftsminister Paulo Guedes. Bei einem öffentlichen Auftritt in Fortaleza im Nordosten Brasiliens sagte er, dass Brigitte Macron "wirklich hässlich" sei. Nur einen Tag später ruderte Guedes wieder zurück. Er bedauere den geschmacklosen Scherz, den er gemacht habe. Er habe den Kommentar gemacht, weil er eben ein "typischer Brasilianer" sei.

Die Äußerungen Bolsonaros hätten zwar auch persönlich verletzt, sagte Tiphaine Auzière der "Welt". Sie habe aber keine Lust, als Französin anderen Lektionen zu erteilen, da Sexismus in der französischen Politik noch weit verbreitet sei, so die Anwältin, "Frankreich ist dagegen leider nicht immun."

Anfeindungen gegen die 66-jährige Brigitte Macron

Anfeindungen gegen ihre 66 Jahre alte Mutter wegen des Altersunterschieds zu Ehemann Emmanuel Macron (41) versuche ihre Familie keine Bedeutung beizumessen, sagte die 35-Jährige. "Das ist etwas, was männlichen Politikern oder den Lebensgefährten von Frauen in der Politik nicht passiert." Bolsonaro - selber 64 und mit einer 37-Jährigen verheiratet - hatte auf Facebook mit einem Eintrag den Eindruck erweckt, er unterstütze eine hämische Bemerkung über das Ehepaar Macron. Der Kommentar wurde später wieder gelöscht.