Zur Überraschung der Eltern sieht der kleine Pocher ganz aus wie Papa Oli

Mythos oder Wahrheit: Sehen Kinder in den ersten Monaten eher aus wie ihre Väter?

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22. November 2019 - 10:01 Uhr

„Wir hatten mit etwas Dunklerem gerechnet“

Oliver Pocher ist zum vierten Mal Vater geworden! Oli und seine Frau Amira waren "überrascht" über das Aussehen des Kleinen. Der Grund: "Wir hatten mit etwas Dunklerem gerechnet und jetzt kommt so ein Mini-Oli da raus. Komplett mit Frisur und blonden Haaren." Ganz Papa Pocher also? Hebammen behaupten ja immer, dass Neugeborene dem Vater ähneln. Und das soll sogar einen wichtigen Grund haben, behaupten Experten.

Säuglings-Anonymität: große Kulleraugen, fliehendes Kinn und Stupsnase

Zumindest in Mitteleuropa kommen die meisten Kinder tatsächlich mit blauen Augen und blonden Haaren zur Welt. Alle Babys haben das Kindchenschema: große Kulleraugen, fliehendes Kinn und Stupsnase. In der Wissenschaft wird dies als Säuglings-Anonymität bezeichnet. Doch schnell suchen Mama, Papa, Oma und Opa, Onkeln und Tanten nach verwandtschaftlicher Ähnlichkeit. Wem ähnelt das Kind denn nun?

Nur ein biologischer Trick der Evolution?

1995 machten Wissenschaftler der University of California in San Diego Schlagzeilen mit ihrer Studie namens "Whose baby are you?". Nicholas Christenfeld und Emily Hill wollten darin rausgefunden haben, dass die vermeintliche Hebammenweisheit von der Papa-Ähnlichkeit wissenschaftlich bestätigt ist. Sie haben neutralen Betrachtern Bilder von einjährigen Babys, deren Mütter und Väter vorgelegt und darum gebeten, die Ähnlichkeit festzulegen. Die Mehrheit ordnete die Einjährigen dem Vater zu. Die Forscher vermuten einen biologischen Trick der Evolution: Väter, die sich in ihren Kindern sehen, sind eher bereit, sich um diese Kinder zu kümmern.

Mütter wollen den Vater im Kind sehen

An der kalifornischen Forschung gibt es seit 2007 allerdings berechtigte Zweifel. Alexandra Alvergne von der Universität von Montpellier zeigte in ihrer groß angelegten Studie, dass Neugeborene mehr der Mutter ähneln - zumindest für neutrale Beobachter. Auch hier mussten die Kinder zwischen 0 und 6 Jahren einem Papa und einer Mama zugeordnet werden, die Testpersonen hatten dabei jeweils drei Gesichter zur Auswahl. Erst mit zwei oder drei Jahren sehen die Jungs dann wie der Vater aus. Das eigentlich Erstaunliche an der Studie ist aber: 100 Prozent der Mütter beteuern, dass ihr neugeborener Sohn ganz der Papa sei, 80 Prozent sagen dies von der Tochter. Es erkennt also vor allem die Mutter eine Ähnlichkeit des Neugeborenen zum Kindsvater - um ihn in Sachen Kuckuckskind-Angst in Sicherheit zu wiegen.

Im Video: Pochers Baby macht Punktlandung