Muttermal entfernt: Fan bewahrt Schwimmstar Mack Horton vor Hautkrebs - so können auch Sie sich schützen

2. November 2016 - 9:59 Uhr

Muttermale? Aufgepasst und Augen auf

Der Australier Mack Horton hat einen Schutzengel: Bei den olympischen Spielen in Rio gewinnt der Schwimmer über 400 Meter Freistil die Goldmedallie, doch ein Fan achtet bei seinem Idol nicht nur auf die sportliche Leistung - vor wenigen Tagen ließ sich der Sportler jetzt ein gefährliches Muttermal entfernen, auf das dieser aufmerksame Fan per Mail anonym hingewiesen hatte.

Horton bedankt sich auf Instagram

Mack Horton auf Instagram. Ein großes Pflaster bedeckt sein Schlüsselbein nachdem er sich ein Muttermal hat entfernen lassen.
Mack Horton: Auf Instagram bedankt er sich bei seinem anonymen Schutzengel. Ein großes Pflaster verdeckt die Stelle des entfernten Muttermals.

"Vielen Dank an die Person, die meinen Teamarzt per E-Mail darauf hingewiesen hat, mein Muttermal untersuchen zu lassen. Guter Aufruf. Sehr guter Aufruf." Mit dieser Nachricht auf Instagram bedankt sich der 20-jährige Sportler bei seinem anonymen Schutzengel.

Muttermale können gefährlich sein, dass wissen wir und der Fall Horton ist nur ein erneuter Beweis dafür. Doch wie können wir erkennen, ob uns ein Leberfleck Probleme machen wird? Und können uns Apps tatsächlich helfen, wie gut ist eine Digitaldiagnose? Diese und weitere wichtige Fragen beantwortet RTL-Experte Dr. Specht für Sie.

RTL-Experte: So können Sie sich vor Hautkrebs schützen

Jeder kennt das: Das ein oder andere Muttermal am Körper lässt uns grübeln - ist das noch ein normaler Leberfleck oder könnte das etwas bösartiges sein?

Dr. Specht, wie kann ich das erkennen?

"Für den Laien ist das gar nicht so einfach. Doch es gibt ein paar Merkmale, auf die man achten kann, die zeigen, dass das Muttermal unter Umständen bösartig ist.

Punkt eins: Die Asymmetrie. Ist das Muttermal nicht rund sondern asymmetrisch, dann ist das ein erster Hinweis auf einen gefährlichen Leberfleck.

Punkt zwei: Die Begrenzung. Ist das Muttermal ausgefranst, sollte der Fleck beobachtet werden.

Punkt drei: Die Farbe. Wenn das Mal dunkler ist als andere, kann das gefährlich werden.

Punkt vier: Der Durchmesser. Je größer der Leberfleck, desto größer die Gefahr, die von ihm ausgeht.

Punkt fünf: Die Erhabenheit. Ist der Leberfleck vom Hautniveau erhaben, steht das Muttermal quasi vom Rest der Haut ab, ist das abermals ein Hinweis auf eine bösartige Geschichte" erläutert der Mediziner Dr. Specht.

Gibt es Hauttypen, die generell vorsichtiger sein sollten?

"Ganz klar müssen Meschen mit heller Haut besonders aufpassen, da sie weniger Schutzfaktoren in der eigenen Haut haben, um sich selbst vor der Sonneneinstrahlung zu schützen. Für diejenigen gilt: am besten gar nicht in die Sonne gehen beziehungsweise nur mit entsprechendem Lichtschutzfaktor, um dem Hautkrebs vorzubeugen. Geschlechterspezifische Unterschiede lassen sich dabei allerdings nicht erkennen. Frauen und Männer sind in gleicher Weise gefährdet", sagt Dr. Specht.

Bringt Lichtschutzfaktor auch im Winter etwas, ist es ratsam sich sogar dann einzucremen und so zu schützen?

"Die Amerikaner und Australier machen das tatsächlich. Vor allem in Australien ist die Rate an Hautkrebs sehr hoch, daher cremen sich die Menschen dort das ganze Jahr über ein. Natürlich kommt es immer auf den Sonnenstand an, wie viel UVA und UVB Strahlung bei uns ankommt, aber ganz blöd ist das nicht, sich auch im Winter einzucremen", meint Dr. Specht.

Apps gibt es für alles Mögliche, so auch für die Vorsorge, was Muttermale angeht. Beispielsweise können einige Apps die UV-Strahlung messen oder aber auch Leberfelcke diagnostizieren, indem man ein Foto von der betroffenen Stelle macht. Doch wie zuverlässig ist so eine Digitaldiagnose?

"Wenn ich in regelmäßigen Abständen Fotos von meinem Leberfleck mache ist das grundsätzlich eine gute Idee, denn so kann ich feststellen ob und wie er sich verändert hat. Inwieweit eine App das richtig einschätzen kann bleibt allerdings fragwürdig. So verhält es sich auch mit der Handyfunktion, die die UV-Strahlung messen soll. Letzendlich merken wir schließlich auch ohne App, wenn die Sonne scheint und wissen, dass das in der Regel ohne Schutz nie gesund für unsere Muttermale und für die Haut insgesamt ist."