Kinderärztin gibt wichtige Tipps an alle Eltern

Babys Schnarchen entpuppt sich als Krebs – wann auch Sie hellhörig werden sollten

Baby schlaeft und lutscht am Daumen | sleeping baby sucking thumb
Durch die Geräusche, die ihr Sohn in der Nacht von sich gab, wurde Mutter Jill hellhörig (Symboldbild)
picture alliance / blickwinkel/f, fotototo

Mutter Jills Beharrlichkeit rettete Huey das Leben

Dass seine Mutter einfach nicht lockerlassen wollte, hat dem kleine Huey aus Sydney (Australien) womöglich das Leben gerettet: Jill Ferrari fiel auf, dass ihr 11 Wochen altes Baby nachts schnarchte und ließ es von mehreren Ärzten untersuchen. Lange wurde die besorgte Mutter nicht ernst genommen – bis dann die Schock-Diagnose folgte.

"Es tut mir leid, aber ich glaube, ihr Baby hat Krebs"

Denn das Schnarchen war nicht das einzige Anzeichen dafür, dass mit Huey etwas nicht stimmte. Wie Jill Ferrari gegenüber dem Online-Portal „Mirror“ erklärte, sei ihr Sohn häufig mit „hohen Quietschgeräuschen“ aus dem Schlaf geschreckt. Dazu habe er eher durch den Mund geatmet und sei generell unruhig gewesen. Als Huey dann kaum noch an Gewicht zulegte, überwies man die Familie an einen spezialisierten Kinderarzt. Jill Ferrari erinnert sich: „Er sagte dann ‘Es tut mir leid, aber ich glaube, ihr Baby hat Krebs’. Wir waren fassungslos.“

Verdächtige Atemgeräusche bei 11 Wochen altem Säugling

Säugling beim Kinderarzt
Nach vielen Untersuchungen stellt ein Kinderarzt dann die schockierende Diagnose. (Symbolbild)
deutsche presse agentur

Nach einer Untersuchung im Krankenhaus bestätigt sich der Verdacht: ein Tumor in Hueys Nacken, dazu noch Krebs in seiner Niere. „Es ging alles so schnell. Wir kamen ins Krankenhaus und alle haben sehr schnell reagiert. Da haben wir gemerkt: Es ist wirklich ernst“, sagt Jill Ferrari über diese quälende Zeit. Da der Tumor inoperabel ist, kommt für den Säugling nur eine Chemotherapie in Frage.

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Kinderärztin Barbara Mühlfeld: "Kleine Kinder machen oft die wildesten Geräusche"

Barbara Mühlfeld, Kinder- und Jugendärztin aus Bad Homburg (Hessen).
Barbara Mühlfeld, Kinder- und Jugendärztin aus Bad Homburg (Hessen).
Bernd Hartung

Solch einen Fall, wie er sich in Australien abgespielt hat, sei laut Kinderärztin Barbara Mühlfeld äußerst selten. Dennoch begegnen ihr in ihrer Praxis viele Eltern, die sich gerade beim ersten Kind viele Sorgen um die „oft ziemlich wilden“ Geräusche machen würden, die ein Baby so von sich gebe. „Je kleiner, desto doller“, sagt Barbara Mühlfeld und erklärt: „Besonders kleine Kinder machen beim Atmen die schrägsten Geräusche. Sie verschlucken sich, probieren ihre Stimme aus – und die Eltern kommen aus Sorge zum Arzt“. Dabei gibt es einige Tipps, die den Kinderärzten die Diagnose vereinfachen:

  • Nehmen Sie das Geräusch mit dem Handy auf und spielen Sie es beim Arzt vor.
  • Ist das Geräusch bei jedem Atemzug hörbar?
  • Wie verhält es sich beim Ein- und Ausatmen? Ist die Ausatmung länger als die Einatmung?
  • Schnarcht ihr Kind? Regelmäßig?

Während einer Erkältung sei es laut Mühlfeld normal, dass ein Baby Schnarchgeräusche von sich gebe. Sollte das aber jede Nacht vorkommen, rät die Medizinerin zu einem Besuch beim Kinderarzt, der dann gegebenenfalls an einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt verweisen kann. Auch langes Luftanhalten (30 bis 40 Sekunden und mehr) sei ein Alarmsignal, denn die dadurch ausbleibende Sauerstoffversorgung belaste das Herz.

Chemotherapie hat Folgen für Hueys Entwicklung

Nach acht Runden Chemotherapie und monatelanger Behandlung kommt für Familie Ferrari endlich die erlösende Nachricht: Die Krebszellen in Hueys kleinem Körper sind verschwunden. Mittlerweile sei er ein fröhliches Kleinkind, habe allerdings mit den Folgen der Krebsbehandlung zu kämpfen, so Mutter Jill. Durch die aggressive Chemotherapie im Säuglingsalter sei er in seiner Sprachentwicklung hinter seinen Altersgenossen zurück. Jill Ferrari sammelt jetzt Spenden, um die Forschung an alternativen Behandlungsmethoden voranzubringen – und um damit anderen Kindern womöglich viel Leid zu ersparen. (fge)