Sie ist fassungslos nach Gerichtsprozess

Mutter einer Vierjährigen: Mein bester Freund hat meine Tochter vergewaltigt

30. Oktober 2019 - 15:52 Uhr

Landgericht Gera: Kinder-Vergewaltiger verurteilt

Stefanie N. ist fassungslos, als sie den Gerichtssaal in Gera verlässt. Das Urteil: Drei Jahre und neun Monate Haft für Falko S. wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern. Der 33-Jährige vergewaltigte die vierjährige Tochter von Stefanie N. Die Mutter kannte Falko S. seit der zweiten Klasse, sie vertraute ihrem langjährigen Freund blind. Auch als er - den die kleine Josefine "Onkel Falko" nannte - das Mädchen tagelang bei sich aufnahm, ahnte Stefanie N. nichts Böses. Wie ihre Tochter ihr im Januar 2019 von der Vergewaltigung erzählte, sagt sie im Video.

Falko S.: „Das Kind kam gern zu mir“

Falko S. wurde für sexuellen Missbrauch von Kindern am Ladngericht Gera zu über drei Jahren Haft verurteilt.
Falko S. mit Stefanie N.'s Tochter
© Privat

Fünf Tage war Josefine Anfang des Jahres bei Falko S. in seiner Wohnung in Berlin zu Besuch. Er habe immer auf die Kinder aufgepasst, erklärte der Angeklagte vor Gericht. "Warum das jetzt passierte, keine Ahnung. Das Kind kam gern zu mir", so Falko S. in seinem Geständnis.

Laut Anklage hielt er die Vergewaltigung mit einer Kamera fest. Bei einer Razzia fanden die Polizisten im April fünf Fotos, die die Misshandlung zeigten. Falko S. räumte den Tatvorwurf ein: Er habe Alkohol getrunken und einen Joint geraucht, sei dadurch enthemmt gewesen. Bei der Verlesung des Urteils weinte der Angeklagte, zuvor wandte er sich bereits an Stefanie N.: "Es tut mir übelst Leid."

Staatsanwältin: „Ich hoffe, Sie sind keine tickende Zeitbombe“

"Kinder vergessen mit vier Jahren nicht alles", erklärte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer. Es denke noch immer daran zurück. Das Mädchen sei ihm völlig ausgeliefert gewesen. Die Staatsanwältin beantragte vier Jahre und einen Monat Haft. "Ich hoffe, Sie sind keine tickende Zeitbombe", wandte sie sich an Falko S.

Das Urteil blieb vier Monate unter dieser Forderung. Stefanie N. ist danach noch immer fassungslos. Sie vertraute Falko S. komplett. Die neunfache Mutter vertraute ihm regelmäßig ihre Kinder an. "Sowas hätte ich nie gedacht von dem. Die Kleine war 4 und der ist 33", sagt sie im RTL-Interview.