Ihrer Tochter soll sie Schlaf- und Beruhigungsmittel gegeben haben

Mutter (37) steht erneut vor Gericht: Sie soll versucht haben, ihre Tochter zu töten

Vor dem Landgericht Hamburg muss sich die Mutter verantworten.
Vor dem Landgericht Hamburg muss sich die Frau verantworten.
RTL Nord

von David Meyer-Wilmes und Annika Redmer

Eigentlich war der Prozess gegen eine 37-Jährige bereits abgeschlossen: Vier Jahre und zehn Monate Haft wegen gefährlicher Körperverletzung und wegen versuchten Mordes. Das Opfer: Ihre eigene Tochter. Die gelernte Krankenschwester soll ihr im Ende Dezember 2020 Schlaf- und Beruhigungsmittel gegeben haben – in einer lebensgefährlichen Dosis. Doch die Mutter legte Revision gegen das Urteil ein und muss sich nun erneut vor Gericht verantworten.

Neue Verhandlungen

Die Annahme eines Tötungsvorsatzes sei unzureichend, erklärt der Bundesgerichtshof und hebt somit das Urteil teilweise auf. Das Urteil wegen gefährlicher Körperverletzung habe aber noch Bestand. Nun müsse neu verhandelt werden. Somit muss sich die 37-jährige Mutter seit Mittwoch wieder vor dem Landgericht Hamburg verantworten. Vor Prozessbeginn wirkt die gelernte Krankenschwester noch ruhig, unterhält sich locker mit ihrem Verteidiger und lacht sogar mit ihm. Doch die Stimmung kippt, als die Anklageschrift vorgelesen wird.

Beruhigungsmittel in Kombination mit Schlafmittel

Tränen kullern bei der Mutter. Der Anklage nach soll sie ihrer kleinen Tochter während einer Krankenhausbehandlung am 28. und 29. Dezember 2020 Benzodiazepin, ein Beruhigungsmittel, verabreicht haben. Am zweiten Tag sogar in Kombination mit einem Schlafmittel. Es sei eine tödliche Dosis gewesen und die Mutter habe den möglichen Tod ihrer Tochter billigend in Kauf genommen, hieß es auch bei der damaligen Urteilsverkündung – deswegen auch die ursprüngliche Verurteilung wegen versuchten Mordes. Das Kind soll laut einer früheren Aussage der Mutter vom Sofa gefallen sein.

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Warum die Mutter so handelte, ist unklar

Ob es sich nun um einen Mordversuch handelte, muss das Landgericht Hamburg nun prüfen. Die Mutter der 37-Jährigen und Oma des Mädchens ist als Besucherin im Gerichtssaal – sie ist sich offenbar sicher, dass ihre Tochter unschuldig ist: „Seit 20 Monaten ist sie in U-Haft und verurteilt aufgrund von Indizien. Keiner hat sich mal die Kleine angeguckt. Der geht’s super“, erklärt sie unserem RTL-Reporter vor Ort.