Kurz nach der Landung klickten die Handschellen

Mutmaßliche IS-Frauen aus Syrien nach Deutschland zurückgebracht

Kurz vor Mitternacht landete die Maschine am Mittwochabend in Frankfurt.
Kurz vor Mitternacht landete die Maschine am Mittwochabend in Frankfurt.
© dpa, Boris Roessler, brx sei

07. Oktober 2021 - 8:52 Uhr

Acht Frauen und 23 Kinder landen in Frankfurt

Mit einer weiteren Rückholaktion hat die Bundesregierung acht Frauen nach Deutschland fliegen lassen, die sich vor einigen Jahren der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) angeschlossen haben sollen. Zuletzt lebten die deutschen Frauen und ihre 23 Kinder im Gefangenenlager Roj im Nordosten Syriens, das unter kurdischer Verwaltung steht. Die Maschine landete am Mittwochabend kurz vor Mitternacht auf dem Frankfurter Flughafen. Ein Großteil der Rückkehrerinnen sei nach der Landung in Haft genommen worden, teilte Außenminister Heiko Maas (SPD) mit.

Außenminister Maas: "Die Kinder trifft keine Schuld"

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Die Aktion wurde nach Angaben des Auswärtigen Amtes von den USA logistisch unterstützt.
© dpa, Boris Roessler, brx sei

Die Aktion wurde nach Angaben des Auswärtigen Amtes von den USA logistisch unterstützt.

Haftbefehl gegen sechs Frauen

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen lagen gegen sechs Frauen Haftbefehle vor, darunter drei vom Generalbundesanwalt. Solale M., Romiena S. und Verena M. werden verdächtigt, Mitglieder in einer terroristischen Vereinigung im Ausland gewesen zu sein. Außerdem sollen sie ihre Kinder gefährdet und die Fürsorgepflicht verletzt haben. Romiena S. soll darüber hinaus andere Personen für den IS angeworben haben. Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtete, hatten die Frauen im Alter von 30 bis 38 Jahren mit ihren Kindern teils jahrelang in einem Gefangenenlager gesessen.

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Insgesamt 23 Kinder waren an Bord des Flugzeugs.
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Es ist nicht das erste Mal, dass die Bundesregierung Frauen zurückholen ließ, die einst aus Deutschland in das IS-Gebiet gereist waren. Mehrere frühere IS-Rückkehrerinnen mussten sich nach Ankunft in Deutschland bereits wegen Terrorverdachts und anderer Vorwürfe vor Gericht verantworten.

Außenminister Maas verwies auf die schwierige humanitäre Situation in Nordostsyrien, wo Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen seien. Die Corona-Pandemie und der wirtschaftliche Kollaps hätten die Lage verschärft. Die kurdische Selbstverwaltung habe die Vorbereitung der Rückholaktion unterstützt. Bei den nun Zurückgeholten handele es sich um Fälle, die als besonders schutzbedürftig eingestuft wurden. Darunter seien vor allem Kinder, die krank seien oder Sorgeberechtigte in Deutschland hätten, sowie deren Geschwister und Mütter. Maas sprach von einem "Kraftakt".