Schulleiter des Jugendlichen im RTL-Interview

14-Jähriger in München totgerast: So trauern seine Mitschüler

19. November 2019 - 22:39 Uhr

Am Münchener Gymnasium herrscht Fassungslosigkeit

Ein Autofahrer rast in München auf der Flucht vor der Polizei einen 14-Jährigen tot. Nicht nur für die Angehörigen des Jugendlichen muss das ein Schock gewesen sein, auch bei seinen Mitschülern herrscht Fassungslosigkeit. Der Schulleiter des Erasmus-Grasser-Gymnasiums, das der 14-Jährige besucht hat, erzählt im Video, wie die Schüler mit dem Tod des Jugendlichen umgehen.

Erasmus-Grasser-Gymnasium hat einen Trauerraum eingerichtet

Anteilnahme nach Tod eines 14-Jährigen in München
Der Raser missachtete offenbar eine rote Ampel und erfasste den 14-Jährigen, der gerade eine Straße überquerte.
© dpa, Matthias Balk, mbk jai

"Es lässt keinen unberührt", sagt Schulleiter Alexander Schröder im RTL-Interview. Bei jedem zeige sich die Trauer aber anders. Die Schule bemühe sich darum, den Schülern Angebote zu machen, um sie mit der Trauer nicht alleine zu lassen. Wer möchte, kann eine psychologische Beratung in Anspruch nehmen. Zudem hat das Gymnasium einen Trauerraum eingerichtet, in dem die Schüler sich zurückziehen können. "Wenn man einen jungen Menschen verliert, dann ist das für mich persönlich auch etwas unvorstellbar Schlimmes", meint der Schulleiter.

Der mutmaßliche Todesraser Victor B. war am späten Freitagabend auf der Flucht vor einer Polizeikontrolle. Er soll mit mehr als 100 Stundenkilometern durch die Stadt gerast sein – auf der Gegenfahrbahn. Dabei ignorierte er mehrere rote Ampeln. Der 14-Jährige, der zusammen mit anderen Jugendlichen gerade die Straße überquerte, hatte keine Chance. Er und eine 16-Jährige wurden von dem Auto erfasst und schwer verletzt. Der Jugendliche starb kurz darauf im Krankenhaus. Das Mädchen überlebte.

Unfallfahrer Victor B. in Untersuchungshaft

München: Zwei Jugendliche von Auto angefahren
Der Todesraser stand wahrscheinlich unter Alkoholeinfluss.
© dpa, Sven Hoppe, shp fdt

Der Leiter der Mordkommission, Josef Wimmer, sagte, die Aufnahmen einer Dashcam zeigten, wie der 34-jährige Fahrer mit hoher Geschwindigkeit vorbeischieße, das Auto den 14-Jährigen erfasse und wie der Junge in die Luft geschleudert werde. Danach sei auf dem Video zu sehen, wie der Streifenwagen, der dem Auto folgte, sofort anhalte, um eine Reanimation einzuleiten.

Der Unfallfahrer sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Er sei – zu seinem eigenen Schutz – kurzfristig in der Psychiatrie gewesen, erklärte Staatsanwältin Anne Leiding. Die Beamten stellten Alkoholgeruch im Atem des Fahrers fest. Genaue Promillewerte oder Ergebnisse weiterer toxikologischer Untersuchungen stehen aber noch aus. Die Polizei fand eine kleinere Menge Drogen im Auto des Mannes.