Müll-Skandal von Norderstedt

Steuerzahler sollen für die Räumung des Giftbergs blechen

07. Dezember 2021 - 18:10 Uhr

30.000 Kubikmeter Bauschutt

Die Stadt Norderstedt in Schleswig-Holstein hat mittlerweile seit mehr als zehn Jahren ein gewaltiges Müllproblem. Oder besser gesagt: Einen Berg voller Probleme – giftiger Probleme. Eine illegale Müllhalde aus Bau- und Gewerbeabfällen mit gefährlichen Asbestfasern rotten mitten im Gewerbegebiet vor sich hin. Anwohner und Mitarbeiter eines Autohauses direkt nebenan befürchten, dass der Bauschutt gesundheitliche Schäden verursachen könnte. Ein aussichtsloser Fall – so scheint es. Doch am Dienstag kam endlich Bewegung in die Geschichte.

Wir sind mit einer Drohne über das Gebiet geflogen. Die krassen Müll-Bilder sehen Sie im Video.

Vollständige Räumung - mit Steuergeldern

Wie die Stadt und das Land mitteilten, soll die betroffene Gewerbefläche jetzt komplett geräumt werden. Staatssekretär Tobias Goldschmidt: "Wir haben gemeinsam mit der Stadt einen Weg gefunden, wie eine vollständige Räumung des Geländes erreicht werden kann." Doch wer soll die Entsorgung zahlen? Auch darüber wurden sich Gedanken gemacht: "Die Situation ist rechtlich und technisch sehr kompliziert und es ist alles andere als zufriedenstellend, dass nun möglicherweise der Steuerzahler für den Schaden aufkommen muss. Aber wir sind gemeinsam zu dem eindeutigen Schluss gekommen, dass eine vollständige Räumung des Geländes die sinnvollste und nachhaltigste Lösung für alle Beteiligten ist", so Goldschmidt weiter

30.000 Kubikmeter Abfall türmen sich seit Jahren

Der Müllberg rottet mitten im Gewerbegebiet vor sich hin.
Der Müllberg rottet mitten im Gewerbegebiet vor sich hin.
© RTL Nord

2008 erhielt der Deponiebesitzer die Erlaubnis, auf dem Gelände Müll zu sortieren, damit dieser recycled werden kann. Recycled wurde hier jedoch augenscheinlich gar nichts. 30.000 Kubikmeter Abfall türmen sich mittlerweile zu einem Berg. Darunter: Bauschutt, Matratzen, jedoch auch giftige Stoffe wie Teerpappe oder Asbest. Jahr für Jahr landete immer mehr Abfall auf der Halde. Der Betreiber machte sich die Taschen voll und taucht letztendlich unter. Seit 2017 weiß das zuständige Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume von der Situation. Passiert ist bisher jedoch wenig. Bis heute.

Ziel sei es jetzt, dass 2022 mit der Räumung begonnen werden könne. 3,8 Millionen Euro stellt das Land Schleswig-Holstein dafür bereit. (kkr/agi)