Mordwelle in Berlin: 'Heiligensee'-Mörder gefasst, weitere Verbrechen noch offen

Mord in Heiligensee - SEK bei der Fahndung (Archivbild)
Mord in Heiligensee - SEK bei der Fahndung (Archivbild)
© dpa, Paul Zinken, pdz kno

24. Mai 2017 - 10:29 Uhr

"So viele Delikte in so kurzer Zeit, das kommt nicht aller Tage vor"

Seit letztem Sonntag wurden in Berlin mehrere Tote entdeckt, die gewaltsam ums Leben kamen – viel Arbeit für die Mordermittler der Hauptstadt. "So viele Delikte in so kurzer Zeit, das kommt nicht alle Tage vor", sagte ein Polizeisprecher. Der erste Täter ging den Fahndern recht schnell ins Netz. Am Freitag gestand ein 26-Jähriger, eine 19-jährige Bekannte im Stadtbezirk Reinickendorf erstochen zu haben. Die Leiche war in der Nacht zum Donnerstag in einer Grünanlage im Ortsteil Waidmannslust entdeckt worden.

Sohn entführt, Mutter ermordet

Jetzt hat die Polizei auch den 'Heiligenseemörder' gefasst. Dieser soll am Donnerstag  seine Ex-Freundin, die er immer wieder gestalked hatte, ermordet und ihren Sohn verschleppt haben. Der 32-Jährige soll dem Sohn des späteren Opfers während eines Spazierganges mit seinem Hund aufgelauert und den 12-Jährigen dann mit Waffengewalt verschleppt und in einer Gartenlaube festgehalten haben. Das berichtet unter anderem die 'Berliner Morgenpost'. Dann sagte der Entführer seinem gefesselten Opfer: "So, jetzt bringe ich deine Mutter um!"

Zwar konnte sich der Junge nach Stunden befreien. Als aber Anwohner auf ihn aufmerksam geworden waren und die Polizei alarmiert hatten, war es schon zu spät. Als Beamte die Wohnung der Mutter stürmten, hatte der Täter sie bereits ermordet und war geflohen. Er soll die Frau immer wieder gestalked, bedroht und ihr Gewalt angetan haben. Bei der Polizei lagen mehrere Anzeigen wegen häuslicher Gewalt vor.

Zwei Fälle weiter ungeklärt

Ungeklärt ist weiter die Attacke zweier maskierter Männer gegen einen 43-Jährigen. Die Maskierten hatten ihr Opfer am Mittwochmorgen vor einem Mehrfamilienhaus mit einem Baseballschläger so heftig attackiert und getreten, dass der Mann trotz Wiederbelebungsversuchen noch am Tatort starb. Nach Medienberichten soll es ein Verbrechen im Milieu krimineller arabischer Großfamilien sein.

Zu dem erstochenen Italiener, der am vergangenen Sonntag im Volkspark Friedrichshain gefunden wurde, bekam die Polizei bis Freitag mehrere Hinweise aus der Bevölkerung. Laut Staatsanwaltschaft gibt es einen Verdächtigen, der aber noch nicht gefasst ist.