15-Jähriger stach aus Mordlust 23 Mal auf seine Mitschülerin ein

Mordfall Keira G. aus Berlin: Täter will vor den Europäischen Gerichtshof ziehen

Keira (†14) wurde von ihrem Mitschüler brutal erstochen.
Keira (†14) wurde von ihrem Mitschüler brutal erstochen.
© Privat

07. Mai 2021 - 20:19 Uhr

Täter will sein Urteil nicht akzeptieren

2018 schockt die Tat ganz Deutschland: Der damals 15-jährige Steffen F. (Name geändert) sticht 23 Mal auf seine Mitschülerin Keira ein. Ihre Mutter findet das Mädchen blutüberströmt im Kinderzimmer. Schnell steht fest: Steffen F. hat seine Mitschülerin getötet – aus purer Mordlust, wie das Gericht später feststellt. Im Prozess wird er zu einer Jugendstrafe von 9 Jahren Haft verurteilt. Doch scheinbar will der Täter sein Urteil nicht akzeptieren und will vor den Europäischen Gerichtshof ziehen, wie RTL exklusiv aus Justizkreisen erfahren hat.

Mitschülerin gab dem Täter ein Alibi - Prozess verlängert

Keira G. aus Berlin
Die 14-jährige Keira war begeisterte Eisschnellläuferin.
© Privat

Im Zusammenhang mit dem grausamen Mord steht zur Zeit noch eine Mitschülerin von Steffen F. vor Gericht. Mehrere Tage vor dem Mord soll Steffen F. seine Freundin Sara B. (Name geändert) in seine Mordfantasien eingeweiht haben und sie sogar zur Komplizin gemacht haben, denn die beiden heckten diesen Plan aus: An dem Tag als Steffen F. zur Wohnung von Keira fuhr, sollte ihm Sara B. Whatsapp-Nachrichten schicken. Darin gaben die beiden vor, sich in einem Einkaufscenter in Berlin Hohenschönhausen aufzuhalten. In Wahrheit war Steffen F. zu dem Zeitpunkt aber schon auf dem Weg zu Keiras Wohnung, um die Schülerin umzubringen. Das "Alibimädchen" hätte den Mord also verhindern können, wenn sie sich rechtzeitig an die Polizei gewandt hätte.

Eigentlich sollte in diesem zweiten Prozess das Urteil bereits am Dienstag fallen, aber – wie RTL erfuhr – will man wohl doch auf eine Aussage des Täters bestehen, um herauszufinden, welche Rolle Sara B. in dem Mordfall wirklich spielte.

Warum musste Keira sterben?

ARCHIV - 14.09.2018, Berlin: Die Mutter der getöteten 14-Jährigen Keira aus Berlin-Hohenschönhausen trauert am Grab ihrer Tochter. (zu "14-jährige Keira erstochen - Urteil gegen Mitschüler erwartet" vom 21.11.2018) Foto: Arne Immanuel Bänsch/dpa +++
Keiras Mutter trauert am Grab ihrer Tochter
© dpa, Arne Immanuel Bänsch, arb fux

Keiras Mutter hat sowohl den Prozess gegen den Täter verfolgt, als auch den aktuellen Prozess gegen die Mitschülerin. Auch drei Jahre nach der Tat ist es für sie schwer zu verstehen, was damals passiert ist und vor allem warum. Damals ist es Keiras Mutter, die ihre blutüberströmte Tochter in der Wohnung findet. In einem älteren Interview schildert sie RTL gegenüber: "Ich glaube, das möchte keiner haben, diese Bilder im Kopf", erzählt sie, "man ist reingekommen, man schmeißt die Jacke weg, den Schal, ruft 112 über den Lautsprecher, der hat mir Anweisungen gegeben, ich hab nur das gemacht, was er gesagt hat. (...) Das eigene Kind zu verlieren, egal unter welchen Umständen, das wird nicht wieder gut."

RTL.de empfiehlt

Anzeigen:

Mehr zum Mordfall Keira G. im Podcast „Crime and the City“

Die RTL Crime-Reporterinnen Samina Faizi und Franca Pörsch sprechen im Podcast "Crime and the City" zu den Hintergründen der Tat. Sie haben im Vorfeld auch nochmal mit der Mutter von Keira gesprochen und erzählen in der aktuellen Folge, wie es ihr heute geht.

TBI

Auch interessant