Clarence Dixon beteuerte Unschuld

Mörder spricht bei Hinrichtung zu seinem Opfer: "Du weißt, dass ich dich nicht umgebracht habe"

Der verurteilte Mörder und Vergewaltiger Clarence Dixon starb in Arizona durch die Giftspritze.
Der verurteilte Mörder und Vergewaltiger Clarence Dixon starb in Arizona durch die Giftspritze.
© AP, JB ER

13. Mai 2022 - 8:23 Uhr

Erstmals seit fast acht Jahren ist im US-Bundesstaat Arizona wieder ein Todeskandidat hingerichtet worden. Clarence Dixon wurde am Mittwoch wegen des Mordes an der 21-jährigen Studentin Deana Bowdoin eine tödliche Injektion verabreicht. Bis zum Schluss beteuerte der 66-Jährige seine Unschuld – und richtete letzte Worte an sein Mordopfer.

Verurteilter Mörder beteuerte Unschuld bis zum letzten Atemzug

Dixon saß seit seiner Verurteilung 2008 im Todestrakt des Staatsgefängnisses in Florence. Im Jahr 1978 hatte er Deana Bowdoin mit einem Messer verletzt, vergewaltigt und erdrosselt. Der Fall blieb lange ungelöst. Wegen eines weiteren sexuellen Übergriffs erhielt er 1986 eine lebenslange Haftstrafe. Im Jahr 2001 brachten ihn DNA-Proben schließlich mit dem Mord an Bowdoin in Verbindung.

Die letzten Worte von Clarence Dixon waren nach Angaben eines Zeugen seiner Hinrichtung: "Vielleicht sehe ich dich auf der anderen Seite, Deana. Ich kenne dich nicht und ich erinnere mich nicht an dich". Laut "ABC News" sagte er an anderer Stelle auch: "Ich weiß, dass du das siehst, Deana. Du weißt, dass ich dich nicht umgebracht habe." Er verurteilte den Obersten Gerichtshof von Arizona für die Ablehnung seiner Berufung und sagte, er werde immer seine Unschuld beteuern.

Clarence Dixons Henkersmahlzeit: Hühnchen und Erdbeereis

Das Staatsgefängnis von Arizona in Florence, wo Clarence Dixon am Mittwoch hingerichtet worden ist.
Das Staatsgefängnis von Arizona in Florence, wo Clarence Dixon am Mittwoch hingerichtet worden ist.
© AP, Rick Scuteri, MY

Dixons Anwälte hatten sich mehrfach um einen Aufschub der Hinrichtung bemüht. Dabei beriefen sie sich auf eine psychische Erkrankung und die Erblindung des Mannes. Am 28. April lehnte das "Arizona Board of Executive Clemency" einstimmig den Antrag auf Umwandlung oder Begnadigung der Strafe ab, wie die CNN-Tochter KNXV berichtet.

Zwischen der Verabreichung der Medikamente und dem Zeitpunkt, an dem Dixon für tot erklärt wurde, seien nach Angaben eines Zeugen elf Minuten vergangen. Seine letzte Mahlzeit bestand aus einem Gericht von "Kentucky Fried Chicken", einem halben Liter Erdbeereis und einer Flasche Wasser, wie aus Dokumenten hervorgeht, die den Medien am Mittwoch vorgelegt wurden. Laut CNN war Deana Bowdoins Schwester Leslie James bei der Exekution anwesend.
"Ich werde keinen weiteren Atem oder Worte an ihn verschwenden", kommentierte sie.

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Dixon war nach Angaben des "Death Penalty Information Centers" (DPIC) der sechste Häftling, der in diesem Jahr in den USA hingerichtet wurde. 23 der 50 US-Bundesstaaten haben die Todesstrafe abgeschafft. (dpa/cwa)