Neues Modellprojekt nach finnischem Vorbild

Hamburgs Obdachlose sollen schneller ein Dach über dem Kopf bekommen

Mit dem Housing-First-Modellprojekt sollen solche Bilder der Vergangenheit angehören. Die Stadt hat für ein dreijähriges Housing-First-Modellprojekt 30 Haushalte  für Trägerorganisationen ausgeschrieben.
Mit dem Housing-First-Modellprojekt sollen solche Bilder der Vergangenheit angehören. Die Stadt hat für ein dreijähriges Housing-First-Modellprojekt 30 Haushalte für Trägerorganisationen ausgeschrieben.
© rtl.de

22. November 2021 - 17:39 Uhr

Wohnraumvermittlung als oberste Priorität

Housing-First: Statt bei Obdachlosen zunächst Süchte oder psychologische Probleme anzugehen sollen Wohnungslose in Hamburg bald ohne jede Bedingung als erstes ein Dach über dem Kopf bekommen. Finnland operiert bereits erfolgreich seit 2008 nach diesem Prinzip und gilt als Vorreiter in Sachen Wohnraumvermittlung.

2021 sind bereits 29 Obdachlose in Hamburg verstorben

Für Aufsehen sorgten zuletzt diese verstörenden Zahlen: Im Jahr 2021 sind auf den Hamburger Straßen bereits mindestens 29 Obdachlose verstorben. Das geht aus einer Antwort des Senats auf die Anfrage der Linken hervor, die dem Straßenmagazin "Hinz&Kunzt" vorliegt. Viele von ihnen haben einen Platz in einer Massenunterkunft abgelehnt und erfroren in den Wintermonaten auf offener Straße.

Mitternachtsbus engagiert sich seit 25 Jahren für Obdachlose

Kältetode zu verhindern versucht auch der Mitternachtsbus der Diakonie Hamburg. Erst vor wenigen Wochen feierte das Obdachlosenprojekt 25-jähriges Jubiläum. Neben Essen verteilen die 130 Ehrenamtlichen auch Decken und Schlafsäcke. Das Housing-First-Modellprojekt geht noch einen Schritt weiter und soll den Wohnungslose rasch einen Wohnsitz garantieren.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Sozialbehörde investiert 880.000 Euro Fördergeld

Das Modellprojekt ist auf drei Jahre ausgelegt und soll im kommenden Jahr starten. "Eine entsprechende Ausschreibung wurde veröffentlicht, aber noch kein Träger ausgewählt. Die konkrete Durchführung wird erst im kommenden Jahr feststehen", erklärt die Sozialbehörde Hamburg, die für das Projekt 880.000 Euro Fördermittel in die Hand nimmt.