Experte klärt, ob und wann es sich lohnt

Versicherung gegen Cybermobbing: Wann zahlt die Kasse?

Aktionstag gegen Cybermobbing: So können Eltern ihre Kinder schützen
Cybermobbing schwächt das Selbstwertgefühl, doch helfen Cyber-Versicherungen dabei?
Prostock-studio/Shutterstock.com, SpotOn

von Lauren Ramoser

Das eigene Kind oder man selbst wird im Netz gemobbt und angefeindet, eine furchtbare Situation, in der man viele Sorgen hat. Wer die Kosten für die Behandlung oder den Rechtsstreit trägt, sollte keine davon sein. Denn dafür gibt es spezielle Cyberversicherungen. Versicherungs-Experte Ron Perduss erklärt, für wen eine solche Versicherung sinnvoll sein kann.

Social Media-Account gehackt?

Jeder Dritte war schon von Cyber-Kriminalität betroffen, so das Ergebnis einer YouGov-Studie im Auftrag der Versicherungs-App Clark. Besonders häufig werden Social-Media- oder E-Mail-Konten gehackt und dabei kann auch ein finanzieller Schaden entstehen, erklärt Versicherungs-Experte Ron Perduss.

„Wenn mein Social-Media-Account gehackt wird, ist der Schaden vermutlich gering, weil über die Social-Media-Kanäle selten Bankdaten verknüpft sind und hier entsprechend auch kein Geld gestohlen werden kann“.“ Gefährlich werde es immer dann, wenn Bankdaten auf den gehackten Accounts zu finden seien.

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Versicherung gegen Mobbing - wobei genau hilft die?

Auch bei Cybermobbing oder Rufschädigung im Netz sollen Cyber-Versicherungen helfen. „Die Cyber-Versicherung kann hier rechtlich und auch psychologisch beraten. Außerdem hilft eine Cyber-Versicherung dabei, Daten nach einem Hackerangriff zu retten oder rufschädigende Inhalte wieder aus dem Internet entfernen zu lassen“, heißt es von Clark.

Eine solche Versicherung deckt sich in diesem Punkt also in Teilen mit einer klassischen Rechtsschutzversicherung, sofern es mögliche Anwaltskosten betrifft. Eine klassische Krankenversicherung trägt die Kosten für eine Behandlung, etwa von psychologischen Schäden durch Mobbing.

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Für wen lohnt sich eine Cyberversicherung?

Monatlich kostet eine Cyber-Versicherung zwischen zehn und zwanzig Euro. Doch für wen lohnt sich eine Cyberversicherung? Wichtig zur Beantwortung dieser Frage seien zwei Fragen, so der Experte:

  • Wie groß schätze ich das Risiko ein, dass ich einen Schadensfall in diesem Bereich haben könnte?
  • Wie groß könnte der Schaden für mich werden, wenn der Schadensfall eintritt?

„Meiner Meinung nach gehört eine Cyberversicherung nicht zwingend zu den Versicherungen, die jeder Verbraucher, jede Verbraucherin haben sollte“, so Perduss. Auch die Verbraucherzentrale NRW ist sich unsicher, wann sich eine Cyberversicherung lohne. Zwar unterstütze sie bei „Problemen im Internethandel, Daten- und Identitätsdiebstahl, Rufschädigung oder Virenangriffen“, doch Verbraucher sollten prüfen, ob das nicht schon von bestehenden Versicherungen abgedeckt werde.

In solchen Fällen greife möglicherweise auch eine private Haftpflichtversicherung, so Ron Perduss. „Wenn es darum geht, dass sorgloses oder vielleicht fahrlässiges Verhalten einen Dritten geschädigt hat, so könnte hier auch die Private Haftpflichtversicherung eintreten und diesen Schaden übernehmen.“

„Für Unternehmen beziehungsweise Freiberufler sieht das ganz anders aus. Hier kann der Schaden aus Internetkriminalität schnell die Existenz bedrohen“, erklärt Ron Perduss.