Er soll auch "Schlampe" gesagt haben

Attacke mit Wischmopp und Eimer: Fieser Nachbarschaftsstreit vor Gericht

Jahrelanger Nachbarschaftsstreit wird jetzt vor Gericht ausgetragen. Foto: Christian Charisius/Archiv
Jahrelanger Nachbarschaftsstreit wird jetzt vor Gericht ausgetragen. Foto: Christian Charisius/Archiv
© deutsche presse agentur

30. April 2021 - 15:17 Uhr

Er habe "Schlampe" und "Miststück" gerufen

Seit Jahren quält ein Nachbarschaftsstreit in Hamburg-Eimsbüttel eine Hausgemeinschaft. Vorläufiger Höhepunkt: 2019 soll der 72-jährige Jacek M. zu Wischmopp und Eimer gegriffen haben und auf zwei Nachbarn losgegangen sein. Am Freitag steht der in Polen geborene M. dafür vor dem Landgericht Hamburg.

Eimer Wasser über den Kopf

Seine Nachbarin erleidet durch den Angriff Blutergüsse. Laut ihrer Zeugenaussage wollte sie eigentlich nur die Haustür schließen und als sie sich zum Türstopper bückte, habe sie einen Eimer Wasser über den Kopf bekommen. Dabei soll der Angeklagte "Schlampe" und "Miststück" gesagt haben.

Danach gab’s Schläge

Die 75-Jährige sei pudelnass und aufgeregt gewesen und habe dann beim Hauswart geklingelt. Während sie ihm alles erzählte, soll der Angeklagte einen zweiten Eimer Wasser über sie gegossen haben und sie dann mit dem Eimer und anschließend mit dem Wischmopp geschlagen haben.

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Sogar die Polizei muss kommen

"Dann kam er [der Hauswart] und ist mir zur Hilfe gekommen", beschreibt die Frau die Situation. Daraufhin soll sich der Beschuldigte auf den 81-jährigen Hauswart gestürzt und auch ihn geschlagen haben. Nach dem Wischmopp-Angriff blutet der Angegriffene an der Nase. Eine weitere Nachbarin kann zusammen mit Passanten schließlich die Polizei rufen.

Schikanierungen laufen seit Jahren

Trotz Ermahnungen der Polizei im Juni 2019 geht der Streit weiter. Bis Ostern 2021 sind weitere 19 Vorfälle mit 8 Aktenzeichen und 4 Strafanzeigen dazu gekommen. Vor dem Wischmopp-Vorfall gab es bereits 67 Aktennotizen. Laut dem Hauswart machte der Angeklagte einfach weiter, bedrohte, beschimpfte, belästigte, fotografierte und lauerte seinen Nachbarn auf.

Angeklagter unterbricht häufig die Zeugen

Vor Gericht wirkt der Angeklagte nervös und unterbricht häufig die Zeugenaussagen. Während der Verhandlung zeigt er mit dem Zeigefinger auf den Hauswart und wirft ihm vor, dass er ihn angegriffen hätte. Dazu behauptet er während der Verhandlung, die Nachbarn hätten ihn immer wieder aus dem Haus ekeln wollen. Der Prozess soll am 17. Mai fortgesetzt werden.