Ministerpräsidentenwahl in NRW

Papa und jetzt NRW-Ministerpräsident: Wüst kommt mit Kinderwagen zur Wahl

27. Oktober 2021 - 18:58 Uhr

NRW-Landtag tritt zusammen

Der CDU-Politiker Hendrik Wüst ist neuer Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens. Der bisherige Landesverkehrsminister wurde im Düsseldorfer Landtag im ersten Wahlgang mit 103 Ja-Stimmen zum Nachfolger von Armin Laschet (CDU) gewählt. Wüst übertraf bei der geheimen Abstimmung die notwendige Mehrheit von 100 Stimmen.

Zur Wahl ging er gemeinsam mit seiner Ehefrau Katharina (34) zu Fuß zum Landtag. Er schob dabei den Kinderwagen mit seiner sieben Monate alten Tochter. Vor dem Landtagsgebäude gab sich das Ehepaar noch einen Kuss. Katharina Wüst verfolgte die Sitzung mit Philippa auf dem Schoß auf der Tribüne des Landtags, wo sie zwischen ihren Schwiegereltern saß.

Abstimmung mit Spannung erwartet

27.10.2021, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Sondersitzung des Landtags von Nordrhein-Westfalen mit der Wahl des neuen Ministerpräsidenten. Katharina Wüst, Ehefrau von Hendrik Wüst (CDU), amtierender Landesverkehrsminister und Kandidat für den Posten
Wüsts Ehefrau Katharina mit Tochter Philippa im Publikum.
© dpa, Oliver Berg, jai

Das NRW-Parlament setzt sich aus 199 Politikerinnen und Politikern aus fünf verschiedenen Parteien zusammen. Eine knappe Mehrheit von exakt 100 Stimmen hält dabei die schwarz-gelbe Landesregierung (72 CDU, 28 FDP). Gemeinsam haben sie Anfang des Monats Hendrik Wüst als neuen Ministerpräsidenten vorgeschlagen.

Im ersten Wahlgang brauchte Wüst die absolute Mehrheit – also: wirklich alle 100 Stimmen von CDU und FDP, um zum Ministerpräsidenten gewählt zu werden. Ansonsten wäre es zu einem zweiten Wahlgang gekommen. Mit 103 Ja-Stimmen hat Wüst diese bereits im ersten Wahlgang bekommen. 197 Abgeordnete beteiligten sich an der Wahl, es gab drei Enthaltungen und eine Stimme war ungültig, wie Landtagspräsident André Kuper berichtete. 90 Abgeordnete stimmten mit Nein. Wüst wurde direkt nach seiner Wahl im Landtag vereidigt.

Darf Laschet mitwählen?

Vor der Abstimmung wurde zunächst Armin Laschet im Landtag offiziell verabschiedet. Er hatte bereits am Montag beim Landtagspräsidenten sein Amt niedergelegt. Laut Landesverfassung kann ein Mitglied der NRW-Landesregierung nicht gleichzeitig Mitglied des Bundestages sein. Der gescheiterte Unionskanzlerkandidat ist seit der konstituierenden Sitzung des Bundestags vom Dienstag Abgeordneter in Berlin. Laschet hatte eine Rückkehr nach NRW unabhängig vom Ausgang der Bundestagswahl ausgeschlossen.

Als Landtagsabgeordneter konnte Laschet Wüst am Mittwoch trotzdem noch mitwählen. Für wohl nur kurze Zeit ist Laschet also Abgeordneter im Landtag und im Bundestag. (dpa/khe)

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