"Meine Kinder haben sich immer wohlgefühlt"

Missbrauchsverdacht an Tanzschule: Das sagen Eltern über den Tanzlehrer

07. Juli 2020 - 8:52 Uhr

Tanzlehrer soll mehrere Schülerinnen missbraucht haben

Der Verdacht gegen einen Tanzlehrer aus Viersen wiegt schwer: Der 36-Jährige sitzt in Untersuchungshaft, weil er Tanzschülerinnen im Alter zwischen 13 und 18 Jahren sexuell missbraucht haben soll. RTL hat nun mit Eltern gesprochen, deren Kinder in die Tanzschule gingen, die dem Beschuldigten gehören soll. Was die Staatsanwaltchaft Mönchengladbach zu dem Fall sagt, sehen Sie im Video.

Peter B.s Tochter ging in die Tanzschule in Viersen

"Meine Frau und ich haben uns nur angeguckt und wussten nicht mehr weiter", erzählt Familienvater Peter B. Seine Tochter ging bis vor etwa einem Jahr regelmäßig in die Tanzschule in Viersen, und besuchte dort einen Kindertanzgruppe. "Ich bin entsetzt", sagt der Vater. Der Leiter der Tanzschule habe sein Kind zwar nicht unterrichtet, trotzdem macht es ihn wütend, wenn er hört, was dem 36-Jährigen vorgeworfen wird.

Mutter war bei den Tanzstunden ihrer Kinder immer dabei

Auch Daniela Zeband kennt den Tanzlehrer. Sie kann gar nicht glauben, dass der Mann sich an seinen Tanzschülerinnen vergriffen haben soll. "Ich empfand den Mann eigentlich immer als total lieb", erzählt sie im RTL-Interview. Ihre Kinder hätten sich bei dem Tanzschulleiter immer wohlgefühlt. "Da war nichts Negatives", erinnert sie sich. Sie ist sich auch sicher, dass ihren Kindern in der Tanzschule nichts passiert ist, denn sie selbst saß bei den Tanzstunden immer dabei. Der Lehrer sei den Kindern dabei nie zu nah gekommen, sagt sie.

Die Mutter meint aber auch: "Wenn das wirklich so ist, ist es grausam." Sie selbst sei als Kind auch missbraucht worden, darum könne sie sich gut in die möglichen Opfer hineinfühlen. Daniela sagt, sie habe am eigenen Leib erfahren müssen, was Missbrauch mit der Seele eines Kindes macht und dafür gebe es keine Wiedergutmachung. Sie hofft, dass die Vorfälle nun schnell aufgeklärt werden.

Daniela Zeband
Daniela Zeband kannte den beschuldigten Tanzlehrer.
© RTL

Tanzlehrer baute wohl Vetrauensverhältnis zu seinen Opfern auf

Nach bisherigem Stand der Ermittlungen geht die Polizei davon aus, dass mindestens sechs Mädchen aus dem Kreis Viersen von dem Verdächtigen missbraucht worden sein sollen. Die Ermittler haben aber konkrete Hinweise auf weitere Opfer, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in einer Pressemeldung mit. Die Zahl der Betroffenen könnte sich also noch erhöhen.

Die Mädchen, die bisher bei der Polizei aussagten, gaben an, dass der Tanzschulchef ein enges Vertrauensverhältnis zu ihnen aufgebaut habe, bevor er übergriffig geworden sei. Gegen ihn wird nun wegen des mehrfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen und anderer Sexualstraftaten ermittelt. Die Ermittlungen kamen ins Rollen, weil der Anwalt eines der Mädchen den Mann angezeigt hatte.