Fünf Männer angeklagt

Millionen-Betrug mit Masken? Urteil gegen Bande erwartet

Landgericht Hamburg
Am Mittwoch wird das Urteil gegen die fünf Angeklagten erwartet. (Symbolbild) Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
deutsche presse agentur

Das Landgericht Hamburg will in einem Prozess um Steuerhinterziehung bei der Lieferung von Corona-Schutzmasken am Mittwoch sein Urteil verkünden. Bei Maskenlieferungen an das Bundesgesundheitsministerium sollen vier der fünf Angeklagten mehrere Millionen Euro an Umsatzsteuer nicht ordnungsgemäß bezahlt haben. Sie müssen sich wegen bandenmäßiger Steuerhinterziehung verantworten. Einem weiteren Angeklagten wird vorgeworfen, er habe als Steuerberater Beihilfe zu einer versuchten Steuerhinterziehung geleistet.

Steuern in Millionenhöhe hinterzogen?

Zur Hochphase der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 suchte das Bundesgesundheitsministerium nach Lieferanten für Atemschutzmasken – ein Hamburger Autohandel konnte hier Abhilfe schaffen und erhielt den Zuschlag. Bestellt wurden offenbar mehr als 23 Millionen Masken, das Ministerium soll 109 Millionen Euro gezahlt haben. Trotz der 17 Millionen Euro Umsatzsteuer winkte den Inhabern wohl ein profitabler Deal, doch das reichte offenbar nicht aus. Sie sollen dem Finanzamt 4,5 Millionen Euro unterschlagen haben, welche sie in Form von Vorsteuerbeträgen hätten zahlen müssen. Der Fall landete im Dezember 2021 vor Gericht. Das Urteil wird im Laufe des Nachmittags erwartet, die Staatsanwaltschaft fordert nach Angaben eines Gerichtssprechers Freiheitsstrafen von einem Jahr bis zu fünf Jahren und drei Monaten. (dpa/hzi)