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Mick Schumacher vs. Nikita Mazepin: Das aggressivste Formel-1-Duell, das es jemals um Platz 19 gab

Steiner bemüht sich um Balance

Schumacher vs. Mazepin: Das aggressivste Formel-1-Duell, das es jemals um Platz 19 gab

 Formula 1 2021: Dutch GP CIRCUIT ZANDVOORT, NETHERLANDS - SEPTEMBER 05: Nikita Mazepin, Haas VF-21, leads Mick Schumacher, Haas VF-21 during the Dutch GP at Circuit Zandvoort on Sunday September 05, 2021 in North Holland, Netherlands. Photo by Zak M
Gute Freunde werden Nikita Mazepin und Mick Schumacher nicht mehr.
www.imago-images.de, imago images/Motorsport Images, Zak Mauger via www.imago-images.de

Was für ein höchst eigenartiges Duel

Aufs Podium dürfen nur die besten Drei. Punkte gibt es für die ersten Zehn. Bei Haas ist man von all dem hoffnungslos weit entfernt, Mick Schumacher absolviert seine erste Formel-1-Saison im langsamsten Boliden am Ende des Feldes - und hat trotzdem extrem hart zu kämpfen. Denn die Königsklasse bestaunt das wohl wildeste Duell, das es je um Platz 19 gegeben hat.

"Dann ist das vielleicht doch nicht der richtige Ansatz"

Schumacher gegen Nikita Mazepin, beide 22 Jahre jung - oder auch: Haas gegen Haas. Die beiden Teamkollegen sind auf der Strecke nun wiederholt aneinandergeraten, und der Sohn des Rekordweltmeisters wirkt mittlerweile auch öffentlich zunehmend irritiert angesichts der Gangart des Russen. "Anscheinend hat er sich in den Kopf gesetzt, dass er um jeden Preis vor mir landen will", sagt Schumacher, "das ist ja grundsätzlich okay. Aber wenn man so aggressiv gegen einen Teamkollegen verteidigt, obwohl es gar nichts zu gewinnen gibt, dann ist das vielleicht doch nicht der richtige Ansatz."

Am Sonntag in Zandvoort war nämlich schon wieder etwas passiert. Kurz nach Rennbeginn saugte sich Schumacher im Windschatten an Mazepin heran, setzte auf der Zielgeraden zum Überholen an und wäre ziemlich locker vorbeigegangen - wenn Mazepin nicht plötzlich am Lenkrad gedreht hätte. Schumacher musste bei 300 km/h beinahe in die Boxengasse ausweichen , sein Frontflügel wurde beschädigt, "er hat mein Rennen zerstört", sagte er später. Erinnerungen wurden zudem wach an das Rennen in Baku, wo Mazepin an einer noch schnelleren Stelle ganz ähnlich agierte - gesundheitsgefährdend, im Kampf um die hinteren Plätze wohlgemerkt.

Reichert: Das Rennen wird in Erinnerung bleiben

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Es gibt nicht "den einen Schuldigen"

Haas-Teamchef Günther Steiner ist beinahe Woche für Woche gefordert, dieses Duell zu moderieren, und es fällt ihm zunehmend schwer. Naturgemäß hat Mazepin eine ganz andere Wahrnehmung der Lage, das Manöver in Zandvoort sei "hart" gewesen, "aber so soll es ja auch sein". Er selbst regte sich zudem ausführlich über eine Aktion Schumachers im Qualifying auf, der Teamrivale soll ihm die vereinbarte Vorfahrt genommen haben.

Für Steiner ist die Sache kompliziert. Haas betrachtet diese Saison als Übergangsjahr, ab 2022 greifen neue Regeln, mit deutlich verbessertem Auto will man dann angreifen. Eigentlich, so der Plan, sollten die beiden Rookies in diesem Jahr in Ruhe Erfahrungen sammeln. Stattdessen droht die Teamkonstellation nun zu eskalieren, bevor die gemeinsame Arbeit so richtig begonnen hat.

Schumacher ist offensichtlich der Talentiertere der beiden, in den Qualifying- und Renn-Duellen steht es jeweils 11:2 für ihn. Aber auch Mazepin spielt eine wichtige Rolle: Sein Vater Dmitri Mazepin ist mit seinem Unternehmen Titelsponsor des Teams. Steiner beschwichtigt also. Gewisse Vorfälle seien "normal bei so jungen Leuten", auch gebe es nicht "den einen Schuldigen". Und überhaupt habe er ein solches Problem "lieber in diesem als im kommenden Jahr". Lieber am Ende des Feldes als mittendrin. Zuschauer gibt es indes jetzt schon mehr als genug. (tno/sid)