Erster Schritt Richtung Freiheit?

Nach mehr als 50 Jahren: Orca Lolita darf endlich in den Ruhestand

Orca Lolita
Orca Lolita war Jahrzehnte lang die Hauptattraktion im "Miami Seaquarium".
picture alliance

Mehr als 50 Jahre lang lebte Orca Lolita in Gefangenschaft, absolvierte Shows im „Miami Seaquarium“ im US-Bundesstaat Florida, begeisterte Tausende Zuschauer – und litt vermutlich sehr. Jetzt darf sie endlich in den Ruhestand gehen.

Was passiert jetzt mit Orca Lolita?

Lolita, die auch als Toki bekannt ist, wurde etwa im Alter von vier Jahren im Pazifik eingefangen. Später kam sie nach Florida, um im „Miami Seaquarium“ aufzutreten. Mittlerweile ist Lolita mit 56 Jahren der älteste Schwertwal in Gefangenschaft. Nun soll Schluss sein mit dem Leben als Show-Attraktion, wie aus einem Schreiben des Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten (USDA) hervorgeht.

„The Dolphin Company“, das Unternehmen, das das „Miami Seaquarium“ übernehmen soll, werde den rund 3.000 Kilogramm schweren Orca und den ebenfalls bei Lolita im Becken lebenden Pazifischen Weißseitendelfin Lii nicht mehr auftreten lassen. Was mit den beiden Tieren nun passiere, sei bislang unklar. Lolita selbst sei derzeit krank, wie unter anderem „NBC Miami“ berichtet. „Local 10 News“ zufolge kämpfe sie mit einer Lungenentzündung.

„The Dolphin Company“ habe bislang nur bekannt gegeben, dass sie sich weiterhin mit dem derzeitigen Team um die Tiere kümmern werden, heißt es bei „Local 10 News“. Das Unternehmen, das 32 Parks auf der ganzen Welt betreibt, habe jedoch noch nie einen Orca besessen.

Lese-Tipp: Gefangen in viel zu kleinen Becken! So sehr leiden Orcas im Loro Parque auf Teneriffa

PETA fordert Freilassung

Die Tierrechtsorganisation PETA fordert, dass Lolita in ein Meeresschutzgebiet freigelassen werden soll. "Zum ersten Mal überhaupt ergreift die USDA Maßnahmen, indem sie stillschweigend anerkennt, dass Lolitas Becken ihre Bedürfnisse nicht erfüllen kann", heißt es in einer Erklärung der Tierrechtsorganisation.

"PETA fordert, dass dies der erste Schritt zur Freilassung von Lolita und Lii in ein Meeresschutzgebiet ist, bevor dieser leidgeprüfte Orca in demselben engen Becken stirbt, in dem er seit über einem halben Jahrhundert eingesperrt ist.“

Auch Mitglieder des indigenen Volkes Lummi Nation setzen sich sich seit Jahren dafür ein, Lolita alias Toki, nach Hause in ein Meeresschutzgebiet zu bringen – in die Nähe der Gewässer, in denen sie 1970 gefangen wurde und in denen ihre Familie noch heute schwimmt. (akr)