RTL News>

Merkel vermutet: Bereits 20 % aller Corona-Infektionen in Deutschland gehen auf Mutation zurück

Berater warnt vor "bedrohlich" schneller Ausbreitung

Merkel vermutet vor Corona-Gipfel: Schon 20 Prozent der Infektionen gehen auf Mutationen zurück

Merkel-Schätzung: 20 Prozent der Infektionen in Deutschland sind Virus-Varianten

Die Virus-Varianten, die zuerst in Großbritannien, Südafrika und Brasilien auftraten, kennen keine Ländergrenzen. Auch in Deutschland verbreiten sie sich – doch wie schnell? Im CDU-Präsidium sind die Mutationen kurz vor dem Corona-Gipfel nach RTL-Informationen Thema. Bundeskanzlerin Merkel sagte nach Angaben von Teilnehmern: „Ich vermute, dass 20 Prozent aller Corona-Infektionen aktuell auf die Mutationen zurückzuführen sind.“ Einer ihrer Berater schlägt Alarm und befürchtet im schlimmsten Fall Inzidenzwerte von 400 bis Ende März.

+++Aktuelle Entwicklungen rund um das Coronavirus in unserem Liveticker.+++

Franca Lehfeldt: "Kanzlerin sieht keine Lockerungsperspektive"

Mutationen breiten sich auch in Deutschland rasant aus

Der Bioinformatiker Rolf Apweiler, einer der Berater vor der letzten Bund-Länder-Runde, spricht eine eindringliche Warnung aus: Rechnet man die Schnelligkeit der Ausbreitung hoch, könnten wir Ende März bei einer Inzidenz von 400 liegen – trotz der derzeitigen Lockdown-Maßnahmen.

Apweiler bezieht sich auf Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI): Diese zeigen, dass Ende 2020 in Deutschland weniger als ein Prozent der positiven Proben die britischen, südafrikanischen oder brasilianischen Mutationen aufwies. Drei Wochen später liegt dieser Wert bei 6,9 Prozent der positiven Proben. Innerhalb dieser kurzen Zeit hat sich die Zahl der Fälle mit Coronavirus-Mutationen von weniger als 1.200 auf etwa 6.600 erhöht – umgerechnet ist das eine Steigerung um etwa 77 Prozent pro Woche. Für den Direktor des European Bioinformatics Instituts sind diese Zahlen wesentlich bedrohlicher als von RKI-Chef Wieler und Gesundheitsminister Spahn in der vergangenen Woche dargestellt.

Rolf Apweiler geht nach RTL-Informationen davon aus, dass die jetzigen Maßnahmen nicht ausreichen, um die Ausbreitung der verschiedenen Varianten zu stoppen. In zwei Wochen könnten dann die Mutationen die dominierende Varianten sein. Bei den jetzigen Lockdown-Maßnahmen und ihrer Durchsetzung geht der Bioinformatiker aus Cambridge von einem Wachstum der Inzidenz von 30-70 Prozent pro Woche aus. Somit läge der Inzidenzwert Ende März bei rund 400.

Im Video: Die aktuellen Zahlen rund um das Coronavirus (Stand 8. Februar)

Die Zahlen rund um das Coronavirus vom 08.02.2021 Corona Spezial
05:10 min
Corona Spezial
Die Zahlen rund um das Coronavirus vom 08.02.2021

30 weitere Videos