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Merkel bestätigtBundeswehr-Luftbrücke aus Afghanistan wird "in einigen Tagen" enden

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Bundeswehr-Luftbrücke aus Afghanistan wird "in einigen Tagen" enden

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Letzte Tage der deutschen Luftbrücke angelaufen

Nach der Ankündigung von US-Präsident Joe Biden, am Truppenabzug der amerikanischen Soldaten aus Afghanistan bis 31. August festhalten zu wollen, soll die Bundeswehr-Luftbrücke aus Kabul noch in dieser Woche enden. Entsprechende Medienberichte bestätigte Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Regierungserklärung.

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Demnach soll "in einigen Tagen" die letzte Maschine aus Kabul nach Taschkent fliegen. „Business Insider“ und „WDR“ sprachen in ihren Berichten von Freitag oder Samstag. Der Grund für das frühe Ende: Die Einsatzkräfte vor Ort benötigten auch noch ein gewisses Zeitfenster, um Material und sich selbst außer Land zu bringen. Denn ab dem 31. August solle alle Bundeswehrsoldaten Afghanistan verlassen haben.

Am Dienstag sind mit fünf Flügen insgesamt 983 Menschen aus Kabul ausgeflogen worden, seit Beginn der Luftbrücke 4654 Menschen. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte in den vergangenen Tagen immer wieder erklärt, die Bundeswehr werde Menschen ausfliegen „solange es geht, so viele wie möglich“.

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Biden fürchtet Terrorangriffen

Aber was ist überhaupt der Grund für den Truppenabzug der US Army bis zum 31. August? Auf der einen Seite hatten die Taliban ein Aufflammen des Konflikts und militärische Handlungen angekündigt, wenn nicht alle internationalen Truppen Afghanistan bis zu diesem Datum verlassen haben. Eine blutige Auseinandersetzung will US-Präsident Joe Biden in jedem Fall verhindern.

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Auf der anderen Seite hat Biden offenbar Informationen über einen möglichen bevorstehenden Terrorangriff eines Ablegers des so genannten Islamischen Staates (IS) auf die internationalen Truppen in Afghanistan. „Jeder Tag, den man wegen der Evakuierungen länger vor Ort bleibe, sei ein weiterer Tag, an dem ein örtlicher Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat versuche, den Flughafen anzugreifen“, sagte der US-Präsident am Dienstag nach dem G7-Gipfel. „Je früher wir es abschließen, desto besser.“

Biden lässt Notfallpläne erarbeiten

Noch auf dem G7-Gipfel am gestrigen Dienstag hatten unter anderem Deutschland und Großbritannien versucht Joe Biden umzustimmen und den Truppenabzug doch noch über den 31 August zu verlängern. Trotz seiner Ablehnung zeigte sich der US-Präsident allerdings kompromissbereit und stimmte zu Pläne für eine doch noch mögliche Verlängerung der Evakuierung erarbeiten zu lassen – „falls man sie brauche“.

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Dass diese Pläne allerdings noch einmal zum Einsatz kommen, ist höchst unwahrscheinlich. Denn Biden fürchtet nichts so sehr, wie dass noch weitere US-Soldaten in Afghanistan getötet werden könnten. Und zusätzlich steht für die US-Amerikaner mit dem 11. September 2021 (dem 20. Jahrestag der Anschläge auf das World-Trade-Center) ein wichtiges Datum vor der Tür: An diesem Datum will der US-Präsident den Konflikt in Afghanistan, der auf die Anschläge folgte, ein für alle Mal beenden.

(dpa, sst)