Neue Immobilienstudie: Mehr als 2 Millionen Menschen durch Mieten in Armut

Wenn nach der Miete fast nichts mehr zum Leben übrig bleibt...

Vor allem in Großstädten wie Berlin bringen die hohen Mieten die Deutschen in Not.
Vor allem in Großstädten wie Berlin bringen die hohen Mieten die Deutschen in Not.
© deutsche presse agentur

04. August 2021 - 14:16 Uhr

Steigende Mieten fördern Armut

Die Mieten in Deutschlands Großstädten explodieren und Wohnungsbaukonzerne treiben die Mieten weiter in die Höhe. Wohnen ist für viele dort deshalb inzwischen finanziell fast nicht mehr möglich. Und die, die trotzdem bleiben geraten in enorme Schwierigkeiten, wie eine neue Studie der Humboldt-Universität Berlin und der Hans-Böckler-Stiftung jetzt belegen.

13 Prozent der deutschen Haushalte durch Miete am Existenzminimum

Miete, Heizung und Nebenkosten. Allein das Dach über dem Kopf bringt mehr fast 1,1 Millionen Haushalte in Deutschland an den Armuts-Rand. Denn die Kosten für die eigene Wohnung sind in vielen Teilen Deutschlands so hoch, dass für den restlichen Lebensunterhalt fast nichts mehr übrig bleibt. Das sind beinahe 13 Prozent der Deutschen Bevölkerung.

+++ Bundesverfassungsgericht kippt Berliner Mietendeckel +++

Für die rund 2,1 Millionen Menschen, die in den betroffenen Haushalten leben, heißt das: Sie haben nach Abzug der Miete weniger zur Verfügung, als einem Harzt-IV-Empfänger als Grundsicherung zusteht.

25 Prozent der Alleinerziehenden durch Miete arm

Besonders groß ist die Not bei Alleinerziehenden. Wie der "Spiegel" unter Berufung auf die Studie berichtet, seien Elternteile, die ihr Kind ohne Partner großziehen, noch einmal doppelt so oft von Armut betroffen, wie Familien mit zwei Elternteilen. Jedes vierte alleinerziehende Elternteil hat damit weniger Geld für Lebensmittel, Kleidung und Spielsachen übrig, als im Arbeitslosengesetz als Grundsicherung festgeschrieben ist.

+++ Was die Mega-Fusion für Mieter bedeutet – Vonovia will Deutsche Wohnen übernehmen +++

Aktuell sind das bei einem 5-jährigen Kind 889,56 Euro, mit einem 8-jährigen Kind 808,52 Euro und mit einem 16-jährigen Kind 872,52 Euro pro Monat.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Mieten-Wahnsinn verstärkt Arm-Reich-Schere

Besonders dramatisch: Betroffen vom Mietenwahnsinn sind laut der Studie hauptsächlich Familien und Elternteile mit geringerem Einkommen. Reiche trifft die Mieten-Explosion nur geringfügig. Und: Die Kluft zwischen Arm und Reich wird sogar noch größer. Denn während die reichsten Deutschen unter normalen Umständen schon im Durchschnitt etwa 4,4 mal so viel verdienen, wie die ärmsten Deutschen, steigt die Differenz nach Abzug von Miete und Nebenkosten auf das 6,7-fache.

+++ Mietspiegel werden in Großstädten zur Pflicht +++

Und: Trotz des anteilig viel höheren finanziellen Aufwands, haben die Deutschen mit mittlerem oder geringem Einkommen im Schnitt viel weniger Wohnfläche und deutlich weniger Möbel und Innenausstattung.