Wettergott entscheidet Russland-GP

McLaren am Boden: "Wir haben uns verzockt"

Lando Norris hatte den Sieg vor Augen.
Lando Norris hatte den Sieg vor Augen.
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26. September 2021 - 16:51 Uhr

Ein guter Wetterbericht hilft

Lewis Hamilton feiert seinen 100. GP-Erfolg, Lando Norris geht den Sieg vor Augen völlig baden, Max Verstappen pflügt wie ein "fliegender Holländer" durchs Feld. Was für ein verrücktes Rennen beim Großen Preis von Russland. Tolle Überholmanöver, eine Strategieschlacht, wechselnde Wetterbedingungen, Freud und Leid so dicht beieinander. Das war wahrlich Werbung für den Rennsport. Die Stimmen zu einem geilen Rennen:

Verstappen: Erwartungen übertroffen

Lewis Hamilton (Mercedes/Sieger): Es hat natürlich lange gedauert, diesen 100 GP zu gewinnen. Ich wusste auch nicht, ob ich es schaffen würde. Lando hat einen tollen Job gemacht, hatte eine unglaubliche Pace. Es war ein bittersüßer Sieg. McLaren macht einen fantastischen Job mit einem Mercedes-Motor. Es ist toll, sie so zu sehen. Ich wusste natürlich wie alle anderen nicht, was das Wetter machen würde. Es wäre schwierig geworden, an Lando vorbeizukommen. Dann kam der Regen. Ich bin so dankbar für die Arbeit des Teams. Ich war heute so entschlossen, hatte immer noch Schmerzen im Nacken. Ich habe versucht, mein Bestes zu geben.

Max Verstappen (Red Bull/Platz 2): Es war recht schwierig, auf der In-Lap sich für die Intermediates zu entscheiden, aber ich glaube, wir haben diese Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt getroffen. Wären wir eine Runde früher reingekommen, hätten wir die Inters vielleicht kaputtgemacht. Das Rennen war nicht einfach, denn es war schwierig zu überholen. Glücklicherweise hat uns am Ende der Regen geholfen. Letzten Endes nur einen Platz zu verlieren, ist nicht so schlecht. Als ich heute aufgewacht bin, habe ich definitiv nicht so ein Ergebnis erwartet.

Carlos Sainz (Ferrari/Platz 3): Ich hatte einen guten Start. Wir haben sehr viel gelitten, wir mussten früh auf den harten Reifen wechseln. Dann kam dummerweise noch der Regen. Wir sind zum richtigen Zeitpunkt in die Box gefahren und konnten auf Platz 3 vorfahren.

Lando Norris (McLaren/Platz 7): Ich habe die Entscheidung getroffen, auf den Slicks zu bleiben. Zu diesem Zeitpunkt, mit der Information, die ich hatte, die richtige Entscheidung. Wir haben nicht gesehen, dass mehr Regen im mittleren Sektor kam, warum auch immer. Letztes Endes war es die falsche Entscheidung. Es war ein schwieriger Zeitpunkt. Plötzlich hat es mehr geregnet, da hat der Slick natürlich nicht funktioniert. Wir hätten das Rennen gewinnen können, aber wir haben es nicht gewonnen.

"Der Wetterfrosch hat gewonnen"

Andreas Seidl (McLaren-Teamchef): Wir sind natürlich enttäuscht, am Schluss haben wir es nicht auf die Reihe gebracht. Aber es ist Teil des Sports. Wir haben uns verzockt. Wir haben gedacht, dass es weiter nur leicht regnen würde, deswegen haben wir die Entscheidung getroffen, draußen zu bleiben. Es ist sich nicht ausgegangen heute. Eine riesen Enttäuschung für Lando. Es hätte sein erster Sieg werden können. Wir müssen daraus lernen und jetzt sehen, was wir Positives mitnehmen können.

Helmut Marko (Motorsportberater Red Bull): Der Regen hat uns geholfen, Max hat im entscheidenden Moment auf Intermediates gewechselt. Er ist super durchs Feld, leider haben die Reifen dadurch gelitten. Ein Podium wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht der Regen gekommen wäre. Die Kurse, die jetzt kommen, sind für uns von Vorteil. Vor allen in der Höhenlage von Brasilien und Mexiko. Wir müssen gewinnen, und wir werden angreifen.

Toto Wolff (Mercedes-Teamchef): Es hat ziemlich grimmig ausgeschaut am Anfang. Am Ende des Tages ist Lewis mit den harten Reifen gut in die Gänge gekommen, das Auto hat dann funktioniert. Uns hat die riskante Strategie von Lando geholfen, aber insgesamt ist es bittersüß, weil Verstappen von ganz hinten noch den 2. Platz gemacht hat. Man muss die Siege nehmen, wie sie kommen. Heute hat der Wetterfrosch das Rennen gewonnen, weil er überzeugt war, dass der Regen stärker wird.

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Vettel: Risiko wurde nicht belohnt

Sebastian Vettel (Aston Martin/Platz 12): Wir haben gehofft, dass wir uns den Boxenstopp sparen, wenn der Regen wieder nachlässt. Die Strecke war noch nicht so nass, und dann kam viel mehr Regen. Dann war es vorbei für uns. Wir hätten anders reagieren können, aber unser Risiko wurde einfach nicht belohnt.

Mick Schumacher (Haas/Aus wegen Motorproblemen): Was genau kaputt ist, weiß ich noch nicht. Es scheint ein Motorproblem zu sein. Wir haben versucht, es auf der Strecke zu lösen, es hat sich leider nicht geklärt. Dann mussten wir das Auto abstellen. Zu dem Zeitpunkt waren wir echt gut dabei von der Pace her. Der Einzige, der zu diesem Zeitpunkt schneller war, war Lewis. Das will schon was heißen. Wir sind eigentlich recht happy mit dem heutigen Rennen. Ich nehme viel Positives mit von hier. Ein Lichtlein am Ende des Tunnels. (tme)