Gesundheitsminister stellt Lockerungen in Aussicht

Jens Spahn befürwortet Ende der Maskenpflicht

15. Juni 2021 - 15:30 Uhr

Maskenpflicht soll zügig draußen, schrittweise drinnen entfallen

Maskenpflicht ade? Die Zahlen sinken: Erstmals seit mehr als acht Monaten ist die Zahl der Corona-Neuinfizierten wieder dreistellig. In einigen Regionen Deutschlands gibt es überhaupt keine Fälle mehr. Deshalb wird der Ruf nach einem Ende der Maskenpflicht immer lauter. Jetzt hat ihn auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gehört und stellt erste Lockerungen in Aussicht.

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Spahn will bei Maskenpflicht-Ende stufenweise vorgehen

"Bei den fallenden Inzidenzen sollten wir gestuft vorgehen: In einem ersten Schritt kann die Maskenpflicht draußen grundsätzlich entfallen", sagte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). In Regionen mit sehr niedriger Inzidenz und einer hohen Impfquote könne die Pflicht nach und nach auch drinnen entfallen. "Als Empfehlung bleibt in jedem Fall eine einfache Regel: im Zweifel mit Maske - besonders beim Reisen und bei Treffen in Innenräumen. Mehr Sicherheit gibt es nur, wenn alle Anwesenden entweder geimpft oder regelmäßig getestet sind."

Lauterbach gegen eine generelle Lockerung

ARCHIV - 24.03.2021, Berlin: Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD, gibt ein Interview, nachdem Bundeskanzlerin Merkel (CDU) im Bundestag bei der Regierungsbefragung die Fragen der Bundestagsabgeordneten beantwortet hat. Zu Beginn der Corona-Pa
Karl Lauterbach: Maskenpflicht in den Innenräumen weiter sinnvoll, draußen könne gelockert werden.
© dpa, Kay Nietfeld, nic alf

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach spricht sich gegen eine generelle Lockerung der Maskenpflicht aus. Erst wenn 70 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft seien, könne auf eine Maskenpflicht - auch in den Innenräumen - verzichtet werden, sagt er im ZDF-Morgenmagazin.

Im Außenbereich könne allerdings heute schon gelockert werden. "Die Maskenpflicht im Außenbereich ist in der Tat zum jetzigen Zeitpunkt bei der niedrigen Inzidenz für viele Bereiche nicht mehr sinnvoll, nicht mehr nötig."

Dabei seien aber Abstand und eine Oberzahl von Menschen zu beachten. In den Innenräumen sei die Maskenpflicht dagegen weiter sinnvoll - auch in den Schulen. "Zum jetzigen Zeitpunkt würde ich die Maskenpflicht in den Schulen nicht aufheben, weil für das noch laufende Schuljahr wäre es nicht schön, wenn sich die Kinder infizieren würden kurz vor den Sommerferien."

Auch Dr. Uwe Gerecke, Präsidiumsmitglied des Verbandes der deutschen Betriebs- und Werksärzte plädiert im RTL-Interview dafür, die Masken weiter zu tragen: "Ich, als Arbeitsschützer, als Arbeitsmediziner, wünsche mir, dass wir noch weiter die Kraft haben, auch die Masken zu tragen, vor allen Dingen dort, wo wir uns nahe sind, in engen Situationen am Arbeitsplatz, im öffentlichen Nahverkehr und dort, wo Menschen eng miteinander zusammen sind, ohne ausreichende Lüftung, ohne im Freien zu sein. Und deswegen wird es noch ein paar Tage dauern, bis wir alle auf diese Masken verzichten können."

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Politiker fordern Aufhebung der Maskenpflicht

Die weitgehende Aufhebung der Maskenpflicht in Dänemark von diesem Montag an hatte auch die Debatte in Deutschland befeuert. Von FDP und AfD kamen Forderungen nach einer kompletten Aufhebung. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt halten dies nur für draußen möglich, nicht aber in Innenräumen. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) rief die Bundesländer auf zu klären, ob und wo eine Maskenpflicht noch verhältnismäßig sei. Insbesondere für Schüler, die Masken stundenlang im Unterricht tragen müssen, sei dies eine Belastung, hatte sie der "Bild am Sonntag" gesagt. (dpa/mor)

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