"Sie fühlen sich mitschuldig"

Mutter zwingt Kinder in den Rollstuhl - Psychologin erklärt, warum sie trotzdem zu ihr halten

14. November 2019 - 10:13 Uhr

Acht Jahre muss Maike B. hinter Gitter

Alle haben sie bewundert: Was für eine starke Frau. Tagtäglich opfert sich Maike B. für ihre kranken Kinder auf. Bis irgendwann herauskommt: Die fünffache Mutter ist eine Betrügerin. Über Jahre hat sie ihren Kindern schwere Krankheiten eingeredet und sie in den Rollstuhl gezwungen. Nun ist das Urteil gegen Maike B. gefallen. Acht Jahre muss sie hinter Gitter. Psychologin Rüya Kocalevent erklärt im Video, warum die Kinder immer noch zu ihrer Mutter halten.

2014 hatte die Horror-Mutter mit RTL gedreht

Alles beginnt 2009. Maike B. lebt mit ihrem Mann und fünf Kindern in der Nähe von Lübeck. Einer ihrer Söhne wird operiert und muss für einige Zeit im Rollstuhl sitzen. Irgendwann kommt Maike B. auf eine schlimme Idee. Sie wird damit alle Menschen in ihrem Umfeld blenden und systematisch belügen. 2014 drehen auch wir mit Maike B.

Im Interview behauptet sie damals, ihre Kinder würden an der Glasknochenkrankheit leiden und hätten Anzeichen von Arthritis. Maike B. spielt die fürsorgliche Mutter. Sie erzählt uns, dass sie ihre Kinder mehrmals pro Woche zu Ärzten und Ergotherapien fährt. Doch der Schein trügt: Maike B. leidet am Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom, hat also einen starken Drang nach Aufmerksamkeit. Während ihr Umfeld sie für ihre Stärke bewundert, wendet sich 2016 eine von Maikes Töchtern an das Jugendamt. Was dann rauskommt, ist schockierend.

Maike B. muss für acht Jahre in Haft, weil sie ihren Kindern schwere Krankheiten eingeredet und Ämter und Behörden systematisch betrogen hat. Ein Familiengericht entscheidet jetzt, wo die Kinder von Maike B. in Zukunft untergebracht werden und es wird überprüft, wie viel Schuld den Familienvater trifft.