Lebensmittelhandel

Erste Großhändler warnen vor Lieferengpässen in Supermärkten

Leere Regale im Supermarkt (Symbolbild).
Leere Regale im Supermarkt (Symbolbild).
© picture alliance, Fotostand / Schmitt

12. November 2021 - 10:00 Uhr

Lieferkrise trifft Supermärkte

Einige Monate müssen Kunden warten, wenn sie ein neues Auto oder ein neues Fahrrad kaufen möchten. Zwar fehlen unterschiedliche Bauteile, bei den Fahrrädern zum Beispiel Schaltungen, bei den Autos sind es eher Halbleiter, die nicht in ausreichenden Mengen lieferbar sind. Doch die Engpässe treffen beide Branchen hart. Jetzt gibt es erste Hinweise, dass die Lieferkrise auch die Supermärkte trifft.

Edeka-Manager berichtet über "täglichen Kampf"

Wie die "Lebensmittel Zeitung" berichtet, kämpft inzwischen auch der Lebensmittelhandel mit zunehmenden Engpässen. Betroffen ist nicht nur der Nonfood-Bereich, also die beliebten Aktionsartikel, die es jede Woche im Angebot gibt. Denn hier gibt es seit geraumer Zeit Lieferschwierigkeiten. Erst war es der Megastau am Suezkanal, der für leere Regale sorgte, inzwischen sind es vor allem die Container aus Fernost, die es nicht immer pünktlich schaffen. Darunter leiden auch viele andere Branchen, zum Beispiel der Möbelriese Ikea.

Jetzt soll auch die Warenversorgung der Supermärkte betroffen sein. Nach Recherchen der "Lebensmittel Zeitung" sollen mehrere Großhändler ihre Geschäftspartner über die Probleme benachrichtigt haben. So informierte die zu Rewe gehörige Lekkerland-Gruppe, die vor allem Tankstellen und Kioske mit Waren beliefert, über "anhaltenden Engpässen und Ausfällen auch bei großen Herstellern".

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Ein Edeka-Topmanager beschreibt laut "Lebensmittel Zeitung" das Aufrechterhalten der Warenverfügbarkeit als "täglichen Kampf". Es soll zwar keine komplett leeren Supermärkte geben, allerdings werden man "Lücken sehen". Betroffen seien derzeit verschiedene Warengruppen, von Getränken über Süßwaren bis zu Tabakwaren. Laut Coca-Cola soll es vereinzelt zu Lieferschwierigkeiten kommen, weil Aluminiumdosen knapp seien.

Doch es sollen nicht nur fehlende Rohstoffe oder mangelnde Transportkapazitäten sein, die zu leeren Regalen führen. So sollen einige Lebensmittelhersteller während der Corona-Pandemie Personal und Kosten reduziert haben und können jetzt die starke Nachfrage der Verbraucher, die seit Jahresmitte deutlich anzieht, nicht mehr ausreichend schnell bedienen. Es ist ein Kreislauf, der offenbar noch bis ins nächste Jahr hinein anhalten wird. (aze)