Protest gegen den Vatikan

#liebegewinnt: Katholische Priester segnen gleichgeschlechtliche Paare

Unter dem Motto #liebegewinnt laden Pfarrer in ganz Deutschland um den 10. Mai herum zu Gottesdiensten ein, in denen homosexuelle Paare gesegnet werden können.
Unter dem Motto #liebegewinnt laden Pfarrer in ganz Deutschland um den 10. Mai herum zu Gottesdiensten ein, in denen homosexuelle Paare gesegnet werden können.
© deutsche presse agentur

10. Mai 2021 - 16:55 Uhr

Hauptaktionstag im Rahmen des Protests

Es sorgte für viel Diskussion und Kritik in und an der katholischen Kirche. Mitte März veröffentlichte der Vatikan im sogenannten Responsum ad dubium (Antwort auf einen Zweifel) die Aussage, dass die katholische Kirche nicht dazu befugt sei, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen. Im Rahmen dieser Veröffentlichung gab es auch in den hessischen Bistümer Gegenprotest. Nun haben sich deutschlandweit katholische Priester zusammengeschlossen und bieten unter dem Motto #liebegewinnt Segnungsgottesdienste für liebende Paare an – egal ob schwul, lesbisch oder heterosexuell.

Diese Kirchen in Hessen sind dabei

Einige Kirchen in Hessen haben bereits angekündigt, sich an der Aktion #liebegewinnt zu beteiligen. So postete die Pfarrei St. Jakobus in Frankfurt auf Facebook den Spruch "Das Leben ist bunt, die Liebe ist bunt, Gottes Segen ist bunt" und lädt alle Liebenden zur Segensfeier ein. Weitere Kirchen, die sich an der Aktion beteiligen, sind die Liebfrauenkirche in Frankfurt, die St. Christopheruskirche in Rüsselsheim, St. Ursula in Oberursel und die Gemeinde "Heilig Geist" in Vellmar.

Bätzing sieht Protestaktion kritisch

Der Chef der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hält die Aktion "nicht für ein hilfreiches Zeichen und einen weiterführenden Weg". "Segnungsgottesdienste haben ihre eigene theologische Würde und pastorale Bedeutung. Sie sind nicht als Instrument für kirchenpolitische Manifestationen oder Protestaktionen geeignet", so Bätzing. Auch konservative Katholiken haben in dem erzkonservativem Forum kath.net die Bischöfe zu mehr Konsequenzen und mehr Deutlichkeit aufgerufen. Wer sich nicht an die klare Ansage aus Rom halten, müsse exkommuniziert werden.

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Maria 1.0 gegen Maria 2.0

Die Bewegung "Maria 1.0", die sich als konservative Gegenbewegung zur feministischen Gruppe "Maria 2.0" gegründet hat, forderte die Bischöfe auf, tätig zu werden. Die Leiterin der Initiative, Clara Steinbrecher, sagte Anfang des Monats: "Die geplanten Segnungsfeiern sind eine gezielte Provokation in Richtung von Papst Franziskus und sollten daher von den Priestern unterlassen werden." Die Einheit mit Rom müsse gewahrt werden. Die Initiative rief "alle Katholiken und Menschen guten Willens" dazu auf, am 10. Mai den Rosenkranz zu beten.

Quelle: dpa

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