Oranienburg: Tote Frau im Bunker

Ex-Freund bestreitet, Bianca S. (26) getötet zu haben

Fund einer Frauenleiche in Bunkeranlage
Fund einer Frauenleiche in Bunkeranlage
© dpa, Dennis Lloyd Brätsch, akb kde

03. August 2021 - 17:38 Uhr

Nach Bunker-Mord: Verdächtiger bestreitet die Vorwürfe

Der gewaltsame Tod der 26-jährigen Bianca S. vor rund zehn Tagen ist weiterhin ungeklärt. Kurt L., der Ex-Freund der Toten sitzt in Untersuchungshaft. Er bestreitet, die junge Mutter getötet und ihre Leiche in einem Bunker bei Oranienburg zurückgelassen zu haben, wie die Staatsanwaltschaft auf RTL-Anfrage bestätigt.

Dringender Tatverdacht gegen Kurt L.

Gegen den 29-Jährigen bestehe aber weiter dringender Tatverdacht, sagte Oberstaatsanwalt Andreas Pelzer von der Staatsanwaltschaft Neuruppin. Bisher gebe es keine Hinweise auf einen anderen oder weitere Täter. Trotzdem dürfe die Staatsanwaltschaft nicht einseitig ermitteln, sondern sich sowohl belastende, als auch entlastende Hinweise anschauen.

Genaue Angaben zu der Beziehung zwischen Bianca und dem Tatverdächtigen wollte er nicht machen, auch nicht zur genauen Todesursache der 26-Jährigen. Dafür sei es noch zu früh, das werde noch ermittelt.

Freundin erzählt: Altenpflegerin verhielt sich komisch, wenn Kurt L. anwesend war

Sie sei eine tolle Frau gewesen und eine liebevolle Mutter, doch seit sich Bianca mit Kurt L. traf, habe sie sich verändert, erzählt uns eine langjährige Freundin der Altenpflegerin. Die beiden hätten eine On-Off-Beziehung geführt. Immer wenn der 29-jährige anwesend gewesen sei, habe sich Bianca anderen gegenüber komisch verhalten, berichtet die Freundin. So als sei sie vorsichtig gewesen, was sie sagt. Kurt L. habe auch nicht gewollt, dass Bianca in sozialen Netzwerken aktiv ist. Die Freundin vermutet, dass er eifersüchtig gewesen sei.

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Überwachungskamera zeigt letztes Bild der lebenden 26-Jährigen

Bianca S. am Bahnhof in Oranienburg
Die Leiche von Bianca S. wurde in einem Bunker gefunden.

Das letzte Bild von Bianca stammt von einer Überwachungskamera am Bahnhof Oranienburg. Hier trifft sie am 15. Juli gegen 13 Uhr noch Kollegen. "Dann bis gleich", ruft sie ihnen zu. Sie wollen sich später noch zu einem Teammeeting treffen. Doch dort kam die 26-Jährige nie an.

Am Tag ihres Verschwindens trägt Bianca S. ein weißes ärmelloses Shirt mit der Aufschrift "Hakuna Matata", eine blaue weite Stoffhose und Flip-Flops. Nachdem eine Familienangehörige die 26-jährige als vermisst meldet, sucht die Polizei mit den Bildern aus der Überwachungskamera nach Zeugen, die die Frau noch gesehen haben.

Bianca S. wurde tot in einem Bunker gefunden

In einer Bunkeranlage aus der Nazizeit in einem Wald bei Oranienburg finden Besucher den leblosen Körper der jungen Mutter und alarmieren die Polizei. Der Bunker liegt abseits des Waldweges und ist von Ranken bewachsen. Kurze Zeit später teilt die Polizei mit, dass es sich bei der Toten um die gesuchte Bianca S. aus Oranienburg handelt. Eine Obduktion bestätigte den gewaltsamen Tod der Frau. Kurze Zeit später wird ihr Ex-Freund Kurt L. festgenommen. Der 29-Jährige sitze weiter in Untersuchungshaft, bestätigte die Staatsanwaltschaft Neuruppin. (rra/cbe)

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