Italien/ Rovigo: Lehrerin für Klicks im Netz mit Luftpistole im Unterricht von Schülern angeschossen

"Wenn ich meine Maske nicht angehabt hätte, hätte mich das Projektil direkt unter meinem Auge verletzt"

Rovigo (Italien): Lehrerin Maira Finatti wurde von ihren Schülern während des Unterrichts mit einer Luftpistole angeschossen.
Rovigo (Italien): Lehrerin Maira Finatti wurde von ihren Schülern während des Unterrichts mit einer Luftpistole angeschossen.
RTL

Vergangenen Oktober wurde die Lehrerin Maira Finatti, zur Belustigung ihrer Schüler, während des Unterrichts mit einer Luftpistole angeschossen. Das Video stellten die Jugendlichen, der Berufsschule „Viola Marchesini“ in Rovigo, anschließend ins Netz, erhofften sich viele Klicks. Weswegen Finatti auch entschied, die ganze Klasse vor Gericht zu ziehen. Jetzt erzählt die Lehrerin im Interview mit RTL: "Ich hatte Glück, dass ich meine Maske trug. Ich spürte wie das Projektil unter meinem Auge vorbeischliff“. Eine weitere Gummikugel habe sie schmerzhafterweise am Kopf getroffen, wie auch in dem Video zu sehen ist. Die Schüler hört man im Hintergrund lachen.

Rovigo/Italien: Lehrerin im Unterricht mit Luftpistole angeschossen

Außenansicht der Berufsschule "Viola Marchesini" in Rovigo, Italien.
Außenansicht der Berufsschule "Viola Marchesini" in Rovigo, Italien.
RTL

Maira Finatti ist stinksauer. Das, was ihr passiert sei, sei kein blöder Kinderstreich gewesen, so die Italienerin im RTL-Interview. „Das Projektil hätte mich fast am Auge verletzt. Niemand der Schüler kam mir zur Hilfe, sie haben mir das angetan, weil sie Klicks auf Social Media wollten.“

Finatti erzählt, dass ihr und ihren Kolleginnen und Kollegen immer wieder schwierige mit Schülern widerfahre. „Sie haben keinen Respekt. Den lernt man doch normalerweise in der Familie. Hier scheint es, als sei den jungen Leuten kein Respekt beigebracht worden.“ Aber ihr Fall habe den Rahmen des ertragbaren gesprengt, so die Lehrerin weiter.

Man habe sie bewusst verletzten wollen und das gehe zu weit. Und was sie wirklich am meisten erschüttere sei, dass nach so vielen Monaten noch keine Entschuldigung erfolgt sei, bis auf eine einzige. Wie RTL bereits berichtete, entschuldigte sich nur einer der 24 Teenager für die gefährliche Aktion. Das zeige, dass die Schüler auch im Nachhinein ihr Fehlverhalten nicht reflektieren würden und auch von den Eltern habe sie bis heute keine Entschuldigung erhalten.

Italien: Lehrerin zieht Anzeige gegen ihre Schüler nicht zurück

Maira Finatti erzählt, dass sie wieder an der Schule unterrichte. Allerdings nicht mehr in der Klasse, in der der Vorfall passierte.

„Wir arbeiten Tag und teilweise auch Nacht, um unseren Schülern tolle Unterrichtsinhalte zu bieten. Wir sind bereit, alles zu geben. Und dafür erwarte ich, dass sie sich zumindest ein wenig bemühen.“

Deswegen sehe die Lehrerin auch nicht ein, den Fall einfach unter den Tisch fallen zu lassen. Daher werde sie die Anzeige auch nicht zurückziehen. Der Prozess steht noch aus. (mca)