Chaos-Strategie in Budapest

Leclerc am Boden - Hohn & Spott für Ferrari

Charles Leclerc hat die Schnauze voll.
Charles Leclerc hat die Schnauze voll.
R4924 Italy Photo Press, picture alliance

Ferrari am Boden, die Tifosi im Tal der Tränen. Nach dem Debakel bei Großen Preis von Ungarn ist der heiß ersehnte Fahrer-Titel in weite Ferne gerückt. Seit 15 Jahren - Kimi Räikkönen 2007 - träumen die Italiener von einem Weltmeister in Rot – vergebens. Und es wird wohl so bleiben. Und das Schlimmste: Die Scuderia steht sich selbst im Weg – hat es in Budapest verbockt. Die Strategie? Ein Fiasko.

Leclerc kritisiert Reifenwahl

Top-Fahrer Charles Leclerc verstand nach dem Rennen die Welt nicht mehr. Während die Konkurrenz um Red Bull und Mercedes dank einer klugen Reifenwahl Boden gutmachte, verspielte Ferrari alle Siegchancen. Und wohl auch die WM.

Lese-Tipp: Mercedes is back: "Wir haben die Lücke geschlossen"

„Ich weiß es nicht, ich muss mal mit dem Team sprechen“, sagte Leclerc angesprochen auf die Reifenwahl der Roten. „Ich weiß nicht, warum wir auf die harten Reifen umgestiegen sind. Auf den Mediums hat es eigentlich gut funktioniert. Ich kann die Entscheidung nicht verstehen. Der letzte Teil des Rennens war ein Desaster. Da haben wir das Rennen verloren.“

"Es war die dümmste Entscheidung"

Ex-Pilot Johnny Herbert ging mit Ferrari hart ins Gericht. Was den Rennstall um Teamchef Mattia Binotto bei der Reifenwahl geritten hat? Keine Ahnung. „Warum haben sie sich das nicht angesehen?“, sagte der Sky-Experte mit Blick auf beide Alpine, die auf harten Reifen eingebrochen waren. „Ich verstehe es wirklich nicht. Es war die dümmste Entscheidung."

Auch die Konkurrenz verkniff sich kleine Seitenhiebe nicht. „Es war der Reifen, der es heute gewonnen hat. Wir haben nicht alle Mediums verschossen wie Ferrari“, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff am Sky-Mikro.

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Binotto: Reifen nicht das Problem

Binotto wiegelt alle Vorwürfe ab. Die Reifenwahl sei keineswegs der rennentscheidende Faktor gewesen. "Egal, welchen Reifen wir hatten, ob Soft, Medium oder Hard, die Performance unseres Autos war nicht wie erwartet", sagte er und betonte: "Das Auto lief heute nicht gut. Das ist das erste Mal in 13 Rennen, das es nicht so gut war, wie erhofft.“ Jetzt muss er es nur noch Leclerc davon überzeugen. (tme)