Preise im deutschen Großhandel sinken erstmals seit Oktober 2020

Kommt jetzt die Preiswende im Supermarkt?

ARCHIV - 15.02.2019, Baden-Württemberg, Stuttgart: ILLUSTRATION - Ein Einkaufswagen wird durch einen Supermarkt geschoben (Aufnahme mit langer Belichtungszeit). Familien mit niedrigem Einkommen leiden nach einer Analyse des Instituts für Makroökonomi
Einkaufen im Supermarkt (Symbolfoto)
som gfh fgj abl pil vco, dpa, Fabian Sommer

Hoffentlich kommt das schnell bei den Verbrauchern an: Die Preise im deutschen Großhandel sind im Juli erstmals seit mehr als anderthalb Jahren wieder gefallen. Im Vergleich zum Vormonat sanken sie um 0,4 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das war der erste Rückgang seit Oktober 2020. Dafür sorgte etwa die Entwicklung bei Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermitteln, die saisonal bedingt 8,4 Prozent günstiger zu haben waren. Erze, Metalle und Metallhalbzeug waren 4,9 Prozent preiswerter, ebenso Altmaterial und Reststoffe (-2,7 Prozent).

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Milch, Eier, Öl, Getreide: Diese Lebensmittel sind weiter teuer

Verglichen mit dem Vorjahresmonat nahm der Preisanstieg im deutschen Großhandel den dritten Monat in Folge ab. Die Preise stiegen im Juli um durchschnittlich 19,5 Prozent zum Vorjahresmonat. Im April hatte es mit 23,8 Prozent noch das größte Plus seit Beginn der Berechnungen 1962 gegeben, seither nimmt der Inflationsdruck in diesem Bereich leicht ab. Der russische Krieg gegen die Ukraine hat vor allem Rohstoffe, Energieträger und Lebensmittel deutlich teurer gemacht.

  • Die Preise im Großhandel mit Mineralölerzeugnissen zogen im Juli um 53,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an.
  • Besonders kräftige Anstiege gab es auch bei festen Brennstoffen (+92,9 Prozent) sowie mit chemischen Erzeugnissen (+41,3 Prozent).
  • Erheblich teurer waren im Großhandel auch Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette (+38,7 Prozent) sowie Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermittel (+33,4 Prozent).
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