So vermeidet man Plastikmüll

Lebensmittel nachhaltiger einkaufen

Nachhaltig einkaufen ist mit der richtigen Vorbereitung ganz leicht.
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12. September 2020 - 13:39 Uhr

Mehr Achtsamkeit beim Lebensmittelkauf

Sei es der Verzicht auf Plastiktüten oder die Entscheidung für Ware, die fair produziert wird: Auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Leben gibt es in unserem Alltag einige Stellschrauben, an denen wir ganz leicht ein wenig drehen können. Denn: Jeder von uns muss Lebensmittel kaufen - und jeder von uns kann mit seinem Einkaufsverhalten beeinflussen, wie nachhaltig das geschieht. Wir zeigen, mit welchen einfachen Schritten Sie Ihren Lebensmittelkauf nachhaltiger gestalten können.

So vermeiden Sie beim Einkaufen Plastikmüll

In den Supermarkt-Regalen sind extrem viele Produkte in Plastik verpackt. Es gibt aber auch fast immer Alternativen - manchmal sind die nur ein wenig versteckt. Und auch in der Obst- und Gemüseabteilung gibt es kleine Plastiktütchen, um lose Ware verpacken zu können. Um die Mengen an Plastikmüll zu vermeiden, die sich beim Einkauf im Supermarkt schnell ansammeln, gibt es ein paar ganz simple Maßnahmen:

  • Stoffbeutel statt Plastiktüten

Um den Einkauf zu verpacken, sollten Sie am besten eigene Stoffbeutel und -Netze sowie kleine Mehrweg-Frischenetze dabei haben. Letztere gibt es mittlerweile in den meisten Supermärkten günstig zu kaufen. Übrigens: Papiertüten haben je nach verwendetem Rohstoff oft sogar eine schlechtere Ökobilanz als die aus Plastik, denn für ihre Herstellung wird fast doppelt so viel Energie benötigt. Um das wettzumachen, muss man sie wirklich oft benutzen. Da ist ein Stoffbeutel weitaus nachhaltiger. Aber auch dieser sollte regelmäßig benutzt werden. Kauft man bei jedem Einkauf einen neuen Stoffbeutel statt der Plastiktüte, ist auch das nicht nachhaltig.

  • Lose statt vorverpackte Ware kaufen

Beim Kauf von Weintrauben in der Plastikschale verbraucht man rund achtmal (!) mehr Plastikmüll als mit einem Knotenbeutel aus Plastik. Am besten lässt man aber auch den Weg und benutzt stattdessen ein wiederverwendbares Frischenetz. So spart man die Verpackung ganz ein.

  • an der Frischetheke einkaufen

Wurst, Fleisch und Käse ist im Selbstbedienungs-Regal immer in viel Plastik eingeschweißt. Kaufen Sie diese Produkte lieber an der Frischetheke - da werden Lebensmittel meist zumindest nur in Papier eingeschlagen. Alternativ können Sie die Produkte auch gleich in eigene, mitgebrachte Boxen füllen lassen. Außerdem können Sie hier ganz genau die Mengen wählen, die Sie benötigen und so vermeiden, dass Lebensmittel später im Abfall landen.

  • auf Kassenzettel verzichten

Kassenzettel werden auf mit Bisphenol A beschichtetem Thermopapier gedruckt. Für die Bons, die meist sowieso kurz nach dem Kauf im Müll landen, werden also nicht nur Bäume gefällt, sondern auch Chemie benutzt. Überlegen Sie also genau, ob Sie die wirklich brauchen!

  • Mehrweg statt Einweg kaufen

Am nachhaltigsten ist es, Leitungswasser zu trinken. Das hat in Deutschland eine sehr hohe Qualität und kann mit einem Sprudelgerät mit Kohlensäure versetzt werden. Übrigens: Auch bei Getränken macht es Sinn, regional zu kaufen, denn auch hier sind kurze Transportwege besser für das Klima. Kaufen Sie lieber Glas- statt Plastikflaschen. Und wenn es unbedingt die Plastikflasche sein muss: Achten Sie darauf, dass sie Mehrweg- statt Einweg-Plastikflaschen wählen. ​

Lebensmittel unverpackt einkaufen

Am besten lässt sich Müll beim Einkaufen vermeiden, wenn die Lebensmittel direkt unverpackt gekauft werden. In Deutschland gibt es mittlerweile in jeder größeren Stadt sogenannte Unverpackt-Läden. Dort kann man seine eigenen Dosen und Gläser mitbringen und diese mit den Lebensmitteln befüllen. Wie genau das funktioniert, sehen Sie im Video. Das ist zugegeben etwas für fortgeschrittene Müllvermeider. Aber auch beim Einkauf im normalen Supermarkt können wir auf unseren Plastik-Konsum achten. 

Regional und saisonal einkaufen

Am besten sind regional erzeugte Produkte, die einen möglichst kurzen Transportweg hinter sich haben. Achten Sie also im Supermarkt auf Regional-Marken! Mindestens genauso wichtig für die Nachhaltigkeit ist es, saisonal einzukaufen. Frische Erdbeeren im Winter und Flugware wie Papaya sind weder saisonal noch regional - und alles andere als nachhaltig. Daran kann man sich einfach immer mal wieder erinnern und Ananas und Co. nicht so oft kaufen.  

Fair produzierte Ware einkaufen

Beim Kauf von Produkten aus fernen Ländern, wie Kaffee, Schokolade, Südfrüchten und Tee, sollte man noch etwas anderes beachten: Die Ware sollte am besten fair gehandelt sein. So werden die Produzenten in Entwicklungsländern unterstützt und die Lebens- und Arbeitsbedingungen vor Ort verbessert. Die Produkte kosten vergleichsweise etwas mehr, das sorgt in den Erzeugerländern aber für langfristige, gerechtere Handelsbeziehungen.

Achten Sie hier auf Gütesiegel, die für fair oder öko stehen, wie etwa das Deutsche Bio-Siegel, das EU-Biosiegel, Naturland, Bioland oder das GEPA-Siegel, das sehr strengen Standards unterliegt.

Auch auf Wochenmärkten oder direkt beim Erzeuger kaufen

Es macht aus mehreren Gründen Sinn, Lebensmittel auf Wochenmärkten oder direkt beim Erzeuger einzukaufen: Die Produkte sind in aller Regel regional und saisonal und oft aus ökologischem Anbau. Auch beim Gang auf den Wochenmarkt gilt natürlich: keine Plastiktüten benutzen, sondern das Obst und Gemüse in Stoffbeutel oder einen Korb packen.

Auf vielen Bauernhöfen kann man Obst und Gemüse direkt beim Erzeuger kaufen. Je nach Saison darf man beispielsweise Erdbeeren dort selbst pflücken und den Einkauf so zum kleinen, nachhaltigen Familienabenteuer machen. 

Vorhandene Ressourcen nutzen

Für mehr Nachhaltigkeit liegt das recht nahe: Kaufen Sie nur das, was Sie wirklich brauchen, damit am Ende möglichst nichts weggeworfen werden muss. Achten Sie im Supermarkt auch auf Lebensmittel, die ihr Mindesthaltbarkeitsdatum fast erreicht haben. Sie sind dann immer noch in einwandfreiem Zustand, oft aber um einiges günstiger - und werden später nicht aus dem Regal aussortiert und weggeworfen.

Fleisch und andere tierische Produkte in Maßen genießen

Bei der Produktion von Fleisch und anderen tierischen Produkten wird viel CO2 erzeugt - deutlich mehr als bei pflanzlichen Lebensmitteln. Wer nachhaltiger einkaufen will, aber nicht auf Fleisch, Eier und Co. verzichten möchte, sollte diese zumindest nur in Maßen zu sich nehmen. Hier ist auch ganz wichtig: Bei Lebensmitteln sollten Sie möglichst nicht sparen! Qualität, Tierschutz und faire Produktionsbedingungen haben ihren Preis. Und wer nur die Dinge kauft, die er auch wirklich benötigt, spart dafür an anderer Stelle wieder ein.