Je lebendiger, desto besser

Rascheln und Fragen: So begeistere ich mein Kind für Bücher

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10. November 2019 - 11:32 Uhr

Vorlesen wird zum gemeinsamen Erlebnis

Ob quietschend, brummig wie ein Bär oder lispelnd - Kinder lieben es, wenn Eltern beim Vorlesen jedem Charakter eine andere verstellte Stimme geben. Was können Eltern noch tun, um spannende Vorleser zu werden? Daniel Schnock von der Stiftung Lesen erklärt, wie es geht.

Begeisterung ist ansteckend

  • Wie kann ich mein Kind an das Buch fesseln?

Daniel Schnock: "Schon beim Aussuchen von Büchern ist es wichtig, Titel zu wählen, die Eltern selbst mögen. Denn ob sie Spaß an dem Thema haben, merkt das Kind. So kann der eine vielleicht etwas rund um den Fußball vorschlagen, der andere eben eine Abenteuer-Geschichte. Begeisterung für etwas steckt an."

  • Gibt es Tricks, die Spannung zu erhöhen?

Schnock: "Man kann Geräusche miteinbeziehen, etwa mit der Bettdecke rascheln. Oder wenn es in der Geschichte rumms macht, kann man ruhig mal mit dem Fuß stampfen oder mit der Hand auf den Tisch hauen. Auch Fragen sind erlaubt. Man kann ruhig mal erstaunt fragen: Was ist denn da passiert? Wie würdest du denn in solch einer Situation reagieren? Man kann auch das Gute-Nacht-Kapitel abschließen mit einer Frage wie: Mal sehen, was die Prinzessin morgen macht? Bevor man am nächsten Tag weiterliest, kann man das Kind fragen: Was war noch mal passiert?"

  • Was, wenn das Kind zum gefühlt 500. Mal seine Lieblingsgeschichte vorgelesen bekommen möchte - sollte man die Charaktere mal anders sprechen?

Schnock: "Das wird das Kind schon sagen. Möglich, dass es das lustig findet. Aber man muss damit rechnen, dass es sofort protestiert und sagt "Neiiiiin, so nicht" oder enttäuscht reagiert "Das war aber das letzte Mal besser"."

Was sind die besten Kinderbücher?

Die Auswahl an Kinderbüchern ist riesig. Wir haben Empfehlungen von Eltern aus der Redaktion gesammelt und stellen die beliebtesten Bücher vor – von altbekannten Klassikern bis zu echten Geheimtipps.

Und auch wenn Kinder schon selbst lesen können, bleibt das gemeinsame Buchlesen ein tolles Ritual, um die Eltern-Kind-Beziehung zu pflegen. Sobald Kinder selbst Lesen lernen, heißt es: Übung macht den Meister. Um das zu fördern, hat beispielsweise ein Berliner Tierheim eine Initiative gestartet, wo Kinder Katzen etwas vorlesen - ganz ohne Druck. Der Erfolg gibt den Initiatoren recht und auch die Samtpfoten freuen sich über die Zuwendung. 

Quelle: DPA/ RTL.de