Auch finanziell "back to normal"?

Von 700 Millionen auf 120 Millionen Euro: So möchte Hessen nach Corona sparen

13. September 2021 - 17:59 Uhr

Landeshauhalt Hessen 2022: Wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie

Hessen will mit dem Landeshaushalt für das Jahr 2022 die Neuverschuldung deutlich senken. Sie solle um 700 Millionen auf 120 Millionen Euro im nächsten Jahr zurückgehen, kündigte Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) am Montag bei der Präsentation des Etatentwurfs der Landesregierung in Wiesbaden an. Auch der Betrag aus dem Sondervermögen zur Bewältigung der Corona-Virus-Pandemie werde klar sinken. "Mit dem Haushalt 2022 gehen wir einen wichtigen Schritt zur Normalität."

Finanzminister Boddenberg: "Akute Krise wird hoffentlich überstanden sein"

ARCHIV - 30.06.2020, Hessen, Wiesbaden: Michael Boddenberg (CDU), Finanzminister des Landes Hessen, nimmt an der Plenarsitzung des hessischen Landtags teil. (zu dpa «Finanzminister: Haushaltsentwurf wichtiger Schritt zur Normalität») Foto: Arne Deder
Hessens Finanzminister Boddenberg ist optimistisch: Spätestens 2024 will das Land wieder einen Haushalt ohne neue Schulden vorlegen.
© dpa, Arne Dedert, ade cul fie pil jai hus cul

"2022 werden wir immer noch mit Corona leben müssen, aber die akute Krise wird hoffentlich überstanden sein. Wir sind so langsam wieder auf dem Weg zur Normalität", sagte Boddenberg. Die Einnahmen des Landes könnten daher auch wieder stärker wachsen als die Ausgaben. Die Landesregierung bleibe damit bei ihrem Ziel, spätestens im Jahr 2024 einen Landeshaushalt ohne neue Schulden und ohne Mittel aus dem Sondervermögen vorzulegen.

Investition in Sicherheit, Bildung, Digitalisierung und Umwelt

Neben den Corona-Hilfen sollen nach dem Entwurf im Haushalt 2022 vor allem Akzente mit Investitionen in den Bereichen Innere Sicherheit (rund 2,9 Milliarden), Bildung und Wissenschaft (etwa 7,8 Milliarden), Digitalisierung (300 Millionen) sowie Umwelt und Klimaschutz (über 400 Millionen Euro) gesetzt werden, sagte Finanzminister Boddenberg.

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