Ratgeber
Alles, was Sie zum Leben brauchen

Lakritz in der Schwangerschaft kann dem Baby schaden

Schadet Lakritz in der Schwangerschaft dem Kind?
Schadet Lakritz in der Schwangerschaft dem Kind? Tabu oder nicht? 01:25

Beim Heißhunger lieber auf andere Süßigkeiten ausweichen

Ungewöhnliche Essgelüste kennt wahrscheinlich jede Schwangere. Und in der Regel spricht auch nichts dagegen, ihnen nachzugeben. Denn auch wenn Essiggurken mit Marmelade Nicht-Schwangere in die Flucht schlagen könnten, gibt es für viele werdende Mütter nichts Köstlicheres. Wenn zukünftige Mamis aber einen Heißhunger auf Lakritz verspüren, sollten Sie sich etwas zügeln. Denn ein Zuviel davon kann laut Studien dem Ungeborenen schaden.

Süßstoff aus der Süßholzwurzel problematisch für das Ungeborene

Die Plazenta enthält ein Enzym, das bis zu 90 Prozent des Cortisols inaktiviert. Sonst würde zu viel Cortisol in den Kreislauf des Babys übertreten. Lakritz enthält einen Süßstoff aus der Süßholzwurzel – die sogenannte Glycyrrhizinsäure. Dieser Stoff hemmt das Enzym in der Plazenta. Ein Zuviel an Lakritze kann deshalb die Cortisol-Konzentration im Körper des Ungeborenen erhöhen.

Das kann die körperliche und kognitive Entwicklung des Kindes möglicherweise schädigen, wie eine Langzeitstudie aus Finnland herausfand.

Die Wissenschaftler haben beobachtet, dass Kinder von Frauen, die in der Schwangerschaft zu viel Lakritze gegessen haben, es schwer hatten, sich zu konzentrieren. Sie hatten außerdem einen geringeren Wortschatz und ein schlechteres Gedächtnis. Bei den Mädchen setzte die Pubertät früher ein und sie waren schwerer und größer als Kinder, deren Mütter kein Lakritz gegessen hatten.

Zwar konnte die Studie den Zusammenhang nicht beweisen. Doch stimmten die Ergebnisse mit denen aus Tierstudien überein. Das und die Wirkung auf die Enzyme in der Plazenta sind für die Autorin der Studie so starke Argumente, dass sie Schwangeren von Lakritz abrät.

Welche Menge Lakritz noch in Ordnung ist, wenn Sie dennoch Lust auf die Nascherei verspüren, verraten wir im Video.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät Schwangeren, nicht mehr als 100 mg Glycyrrhizin pro Tag aufzunehmen. Lakritze, die mehr als 200 mg pro 100 Gramm Lakritze enthalten, müssen in Deutschland Starklakritz heißen. Auch einige Gummibärchen und Bonbons können Lakritze bzw. Süßholzwurzel enthalten, weshalb sich ein Blick in die Zutatenliste immer lohnt.

Mehr Ratgeber-Themen