Beteiligung an Corona-Kosten

Kassenärzte fordern Zuzahlung für Ungeimpfte

Vor allem Ungeimpfte landen auf Intensivstation.
Vor allem Ungeimpfte landen auf Intensivstation.
© dpa, Jan Woitas, woi lop pil

25. November 2021 - 10:15 Uhr

Hohe Kosten für Behandlung auf Intensivstationen

Die Corona-Pandemie kostet nicht nur den Staat gewaltige Milliardensummen. Auch die Krankenkassen verzeichnen Milliardenverluste, die alle Steuerzahler ausgleichen müssen. Hinzu kommen jetzt extrem hohe Kosten, die Ungeimpfte auf Intensivstationen verursachen. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) schlägt deshalb eine Kostenbeteiligung vor.

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Ungeimpfte führen Land in Katastrophe

Die KV Berlin fordert neben einem bundesweiten Lockdown für Ungeimpfte und einer allgemeinen Impfpflicht auch eine Kostenbeteiligung Ungeimpfter an Krankenhausleistungen. "Der hohe Anteil der Menschen, die noch nicht geimpft sind, wird uns sonst in eine Katastrophe führen und unser Gesundheitssystem in einem Maße überlasten, wie wir es bisher nicht kennengelernt haben. Mit einer Impfpflicht allein kommen wir hier nicht mehr weiter", teilte der KV-Vorstand mit.

Die Krankenhaus-Patienten sollten demnach über eine Eigenbeteiligung oder über einen Aufschlag auf den Kassenbeitrag zur Kasse gebeten werden. "Die Einnahmen könnten den Pflegekräften im stationären Bereich und den Medizinischen Fachangestellten in der ambulanten Versorgung zugutekommen", so die KV Berlin. Von der Politik sei eine konsequente Strategie in der Pandemiebekämpfung nötig, um Kollateralschäden von der Gesellschaft abzuwenden, hieß es.

Krankenkassen erhalten fast 29 Millionen Euro Zuschuss

Wegen der angespannten Finanzlage der Krankenkassen hatte der Bund erst in der vergangenen Woche seinen Milliardenzuschuss für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) verdoppelt: Der Bundestag billigte am Donnerstag eine Verordnung, mit welcher der Zuschuss im Jahr 2022 um sieben Milliarden Euro auf dann insgesamt 14 Milliarden Euro steigt. Den zusätzlichen Finanzbedarf hatte der GKV-Schätzerkreis im Oktober errechnet.

Gemeinsam mit dem ursprünglich vorgesehenen Zuschuss von 14,5 Milliarden Euro zahlt der Bund an den Gesundheitsfonds im kommenden Jahr insgesamt 28,5 Milliarden Euro. Durch die Corona-Pandemie erhöhte sich der Finanzbedarf der Kassen. Mit dem Zuschuss will der Bund vor allem verhindern, dass die Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung für die Versicherten, die die Kassen selbst festlegen, weiter steigen. Mit der Finanzspritze soll der durchschnittliche Zusatzbeitrag bei 1,3 Prozent gehalten werden. (dpa/aze)

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